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Franziskus (Papst)
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Franziskus (lateinisch Franciscus; bĂŒrgerlich Jorge Mario Bergoglio SJ []; * 17. Dezember 1936 in Buenos Aires, Argentinien; â 21. April 2025 in der Vatikanstadt) war seit seiner Wahl am 13. MĂ€rz 2013 bis zu seinem Tod im Jahr 2025 der 266. Bischof von Rom und damit Papst, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und SouverĂ€n der Vatikanstadt.
Als Argentinier war Franziskus der erste gebĂŒrtige NichteuropĂ€er im Papstamt seit dem 8. Jahrhundert. Wegen seiner Abstammung hatte er auch die italienische und wegen seines Amtes die vatikanische StaatsbĂŒrgerschaft. Er war der erste Papst, der dem Orden der Jesuiten angehörte. Als junger Mann arbeitete Jorge Mario Bergoglio eine Zeit lang als TĂŒrsteher und Hausmeister, bevor er eine Ausbildung zum Chemietechniker absolvierte und als Techniker in einem lebensmittelwissenschaftlichen Labor arbeitete. Nachdem er sich von einer schweren Krankheit erholt hatte, fĂŒhlte er sich 1958 dazu inspiriert, dem Jesuitenorden beizutreten. 1969 wurde er zum katholischen Priester geweiht, von 1973 bis 1979 war er Provinzoberer der Jesuiten in Argentinien. 1998 wurde er Erzbischof von Buenos Aires und 2001 von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt. Er leitete die argentinische Kirche wĂ€hrend der Unruhen im Dezember 2001 in Argentinien.
Nach dem RĂŒcktritt von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 wĂ€hlte ein pĂ€pstliches Konklave am 13. MĂ€rz Bergoglio zu seinem Nachfolger. Er wĂ€hlte Franziskus als seinen pĂ€pstlichen Namen zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi. Ihm wurde eine weniger formelle Herangehensweise an das Papsttum zugeschrieben als seinen VorgĂ€ngern, zum Beispiel entschied er sich dafĂŒr, im GĂ€stehaus Domus Sanctae Marthae zu wohnen anstatt in den pĂ€pstlichen GemĂ€chern des Apostolischen Palastes, die von frĂŒheren PĂ€psten genutzt wurden, und er wollte auĂerhalb des Vatikans beerdigt werden.
Franziskus hielt an den Ansichten der Kirche zu Schwangerschaftsabbruch, Zölibat und Frauenordination fest, initiierte jedoch einen Dialog ĂŒber die Möglichkeit von Diakoninnen. Erstmals eröffnete er mit der Kurienreform 2022 die Möglichkeit, auch Laien zu PrĂ€fekten von Dikasterien in der Römischen Kurie zu berufen, ob Mann oder Frau. So wurde 2025 Raffaella Petrini die erste Regierungschefin des modernen Vatikanstaates. Franziskus war ein ausgesprochener Kritiker des unreglementierten Kapitalismus und des Wirtschaftsliberalismus, des Konsumismus und der Ăberentwicklung. Er setzte sich fĂŒr Klimaschutz-MaĂnahmen gegen die globale ErwĂ€rmung ein; ein Schwerpunkt seines Papsttums war die VerkĂŒndung der Umwelt-Enzyklika Laudato siâ im Jahr 2015. In der internationalen Diplomatie half er bei der Wiederherstellung voller diplomatischer Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba, unterstĂŒtzte die Sache der FlĂŒchtlinge wĂ€hrend der europĂ€ischen und zentralamerikanischen Migrantenkrisen und schloss ein umstrittenes Abkommen mit der Volksrepublik Chinacite-ref-1[1], um festzulegen, wie viel Einfluss die Volksrepublik bei der Ernennung ihrer katholischen Bischöfe hat. Konservative Katholiken kritisierten Franziskus in vielen theologischen Fragen, insbesondere in Bezug darauf, was sie in seinen Vorschlag in einer FuĂnote von Amoris Laetitia hineininterpretieren: dass geschiedene und wiederverheiratete Katholiken zum Empfang der Eucharistie zugelassen werden könnten.
Contents
âą Leben
âą Wahl zum Papst
âą Pontifikat
âą Gesundheit
âą Rezeption
âą Enzykliken
âą Testament
âą Filme
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Herkunft und Ausbildung
Bergoglios Vater, JosĂ© (Giuseppe) Mario Francisco Bergoglio (1908â1959), stammte aus der piemontesischen Ortschaft Portacomaro nahe Asti in Italien. Seine Familie zog jedoch nach Turin, wo Bergoglios GroĂeltern eine Konditorei fĂŒhrten, wĂ€hrend sein Vater eine Anstellung als Buchhalter in einer Bank fand. Weil dessen Mutter eine Gegnerin des Faschismus war, wanderte die Familie nach Argentinien aus, wo ein Onkel eine Pflastersteinfabrik betrieb und es zu beachtlichem Wohlstand gebracht hatte. WĂ€hrend der Wirtschaftskrise 1932 ging der Betrieb bankrott und Bergoglios GroĂeltern und sein Vater zogen nach Buenos Aires, wo sie einen Lebensmittelhandel eröffneten.cite-ref-2[2] Dort heiratete der Vater am 12. Dezember 1935 die in Buenos Aires geborene Regina Maria Sivori (1911â1981), deren Eltern ebenfalls aus Italien stammten.cite-ref-3[3] SpĂ€ter arbeitete der Vater als Buchhalter in einer Miederwarenfabrik. Jorge Mario Bergoglio hatte vier jĂŒngere Geschwister: Ăscar AdriĂĄn (1938â1997), Marta Regina (1940â2007), Alberto Horacio (1942â2010) und MarĂa Elena (* 1949), von denen nur Letztere seine Papstwahl erlebt hat.
Bergoglio erlangte einen Berufsabschluss als Chemietechniker.cite-ref-radiovaticana-20130313-2152-4-0[4] Er trat 1958 in den Jesuitenorden ein und studierte zunĂ€chst Geisteswissenschaften in Chile, nach seiner RĂŒckkehr nach Buenos Aires an der Theologischen FakultĂ€t des Colegio MĂĄximo San JosĂ© in San Miguel Philosophie (Abschluss 1960) und Katholische Theologie (Abschluss 1970). Theologisch geprĂ€gt wurde er unter anderen von Lucio Gera, dem BegrĂŒnder der âTheologie des Volkesâ, einer argentinischen Variante der Befreiungstheologie. Von ihm ĂŒbernahm Bergoglio die Ăberzeugung, dass die Kirche eindeutig an der Seite der Armen zu stehen und solidarisch deren Rechte und Teilhabe in Kirche und Gesellschaft einzufordern habe. 2012 lieĂ er Gera in der ansonsten den Bischöfen vorbehaltenen Krypta der Kathedrale von Buenos Aires bestatten.cite-ref-5[5] Spirituell stand Bergoglio nach eigener Aussage auch der mystischen Strömung der Jesuiten Louis Lallemant, Jean-Joseph Surin und Peter Faber nahe.cite-ref-6[6]
Bergoglio sprach flieĂend Italienisch und soll den italienischen Dialekt der Gegend um Portacomaro und die Lieder der Auswanderer beherrscht haben.cite-ref-7[7] Ferner sprach er Spanisch (die Amtssprache Argentiniens), Deutsch, etwas Englisch, Französisch und Portugiesisch.cite-ref-guardian2-8-0[8] WĂ€hrend seines UniversitĂ€tsstudiums lernte er auch Latein und Altgriechisch.cite-ref-9[9]
Priester und Provinzial
Am 13. Dezember 1969 empfing Bergoglio durch den Erzbischof von CĂłrdoba, RamĂłn JosĂ© Castellano, die Priesterweihe. FĂŒr sein Tertiat ging er fĂŒr ein Jahr nach Spanien. Von 1973 bis 1979 war er Provinzial (Leiter) der argentinischen Provinz des Jesuitenordens. Damit war er auch fĂŒr die Ămtervergabe an der Universidad del Salvador von San Miguel zustĂ€ndig, wo er als Novizenmeister und Theologiedozent arbeitete. Gegen Ende seiner Amtszeit als Provinzial suchte der nunmehr 42-JĂ€hrige ein halbes Jahr lang regelmĂ€Ăig eine Psychoanalytikerin auf.cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]
Nach verschiedenen argentinischen Quellen gehörte Bergoglio von 1972 bis 1974 zur nationalistisch-peronistischen Organisation Guardia de Hierro (âEiserne Gardeâ), die bis 1973 mit Waffengewalt gegen die autoritĂ€ren MilitĂ€rregierungen und fĂŒr die RĂŒckkehr Juan Domingo PerĂłns ins PrĂ€sidentenamt kĂ€mpfte.cite-ref-12[12] Er berief mehrere Mitglieder dieser Organisation in FĂŒhrungsĂ€mter an der Jesuitenhochschule, darunter Francisco JosĂ© Piñón. Dieser verlieh dem Junta-Mitglied Admiral Emilio Massera 1977 eine EhrendoktorwĂŒrde.cite-ref-pagina12-13-0[13] Bergoglio gab 2010 an, er habe die Guardiamitglieder deswegen aufgefordert, ihre HochschulĂ€mter abzugeben. Er sei nicht mit dieser Gruppe verbunden gewesen.cite-ref-14[14]
Von 1980 bis 1986 war Bergoglio Rektor der Theologischen FakultĂ€t von San Miguel. Nach Aussagen eines seiner damaligen Studenten, des ehemaligen Jesuiten Miguel Ignacio Mom Debussy, lehnte er die Befreiungstheologie damals ab und behandelte die BĂŒcher ihrer Hauptvertreter nicht.cite-ref-15[15] Zwar kritisierte er Priester, die dieser Richtung zuneigten, teilte aber ihre Kritik an sozialer Ungleichheit in vielen Gesellschaften Lateinamerikas.cite-ref-sueddeutsche-16-0[16]
Im Sommer 1985 war er am Goethe-Institut in Boppard einer von ĂŒber hundert Kursteilnehmern, die aus allen Kontinenten zusammengekommen waren, um in einem zweimonatigen Kurs Deutsch zu lernen. Einer der damaligen Lehrer weiĂ noch, dass Jorge Mario Bergoglio bereits âsehr gut Deutsch konnteâ.cite-ref-17[17] 1986 ging er an die vom Jesuitenorden getragene Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main, um zu promovieren. Seine Dissertation ĂŒber Romano Guardinis philosophisches Hauptwerk Der Gegensatz blieb unvollendet.cite-ref-18[18] Als Besucher eines Deutschkurses am Goethe-Institut lebte er von August bis Oktober 1986 in Rothenburg ob der Tauber.cite-ref-19[19]
Eine Ordensschwester, die er in Deutschland kennengelernt hatte, schickte ihm eine GruĂkarte mit dem Gnadenbild Maria Knotenlöserin und begrĂŒndete damit deren Verehrung in Buenos Aires.cite-ref-20[20] Nach seiner RĂŒckkehr wirkte er als geistlicher Begleiter in CĂłrdoba.cite-ref-radiovaticana-20130313-2152-4-1[4]
VerhÀltnis zur argentinischen MilitÀrdiktatur
WĂ€hrend der argentinischen MilitĂ€rdiktatur von 1976 bis 1983 wurden im âSchmutzigen Kriegâ bis zu 30.000 mutmaĂlich oppositionelle Argentinier von Todesschwadronen entfĂŒhrt, gefoltert und ermordet und den MĂŒttern unter den Opfern bis zu 500 in der Haft geborene Kinder geraubt. Bergoglio war als damaliger Leiter des Jesuitenordens nicht fĂŒr kirchliche Stellungnahmen zustĂ€ndig, aber zum Schutz der Ordensmitglieder verpflichtet. Sein Verhalten wird bis heute diskutiert.cite-ref-21[21]
Der Fall Jalics und Yorio
1974 erlaubte Bergoglio den Jesuitenpriestern Franz Jalics und Orlando Yorio, einem Mitglied der âBewegung der Priester fĂŒr die Dritte Weltâ,cite-ref-22[22] im gröĂten Elendsviertel von Buenos Aires Bajo Flores zu arbeiten.cite-ref-23[23] Nationalkonservative OrdensbrĂŒder lehnten diese Arbeit ab.cite-ref-24[24] Im Februar 1976 forderte der Generalobere der Jesuiten Pedro Arrupe die beiden Priester auf, ihre Arbeit im Slum zu beenden. Daraufhin beantragten sie nach RĂŒcksprache mit Bergoglio erfolglos ihre Versetzung in ein anderes Bistum.cite-ref-pagina12abierta-25-0[25]
Am 23. Mai 1976 entfĂŒhrten Marinesoldaten Yorio und Jalics neben weiteren Jesuiten in die Escuela de MecĂĄnica de la Armada (ESMA),cite-ref-26[26] die Admiral Massera in ein Folter-Zentrum hatte umwandeln lassen.cite-ref-27[27] Dort wurden sie fĂŒnf Tage lang verhört und gefoltert, weil sie als Mitglieder oder Kontaktpersonen der Montoneros betrachtet wurden. Danach wurden sie fĂŒnf Monate lang angekettet mit verbundenen Augen gefangen gehalten. Im Oktober 1976 kamen sie frei.cite-ref-28[28] Danach verlieĂen sie Argentinien und versuchten, die Ursachen ihrer Folterhaft herauszufinden.
Seit November 1977 warfen sie Bergoglio vor, er habe ihre Haft verschuldet, indem er ihnen den Schutz der Kirche entzogen oder sie sogar selbst beim MilitĂ€r angezeigt habe. Er habe Yorio am 20. Mai 1976 aus dem Jesuitenorden ausgeschlossen, dies ihnen aber damals nicht mitgeteilt; erst im Juni 1977 hĂ€tten sie dies vom Vizegeneraloberen der Jesuiten, Pater Moura, erfahren.cite-ref-29[29] Ferner habe er ihr Leben gefĂ€hrdende GerĂŒchte im Jesuitenorden, sie gehörten zur Guerilla,cite-ref-pagina12-13-1[13] nicht unterbunden und dem MilitĂ€r dann ihre Unschuld nicht bezeugt, obwohl er dies Jalics im Dezember 1975 versprochen habe. Stattdessen habe er dem Bischof von Moron, Miguel Raspanti, bei dem sie Aufnahme beantragt hatten, die GerĂŒchte erlĂ€utert.cite-ref-30[30] Nach Aussage der Katechetin Marina Rubino (2010) soll Raspanti die Nichtaufnahme von Jalics und Yorio mit Bergoglios schlechten Referenzen begrĂŒndet haben.cite-ref-31[31]
1978 legten Jalics und Yorio Arrupe Dokumente vor, die beweisen sollten, dass Bergoglio sie 1976 beim MilitĂ€r als Terroristen denunziert habe. 1994 schrieb Jalics, er habe diese Dokumente 1980 verbrannt, weil er keine AufklĂ€rung im Jesuitenorden erreicht habe und das Vergangene verzeihen wollte. Vier Jahre spĂ€ter habe er sich in Rom mit dem Generaloberen ausgesprochen und dann das Vorgefallene endgĂŒltig verziehen. Verantwortlich fĂŒr die Verleumdungen sei ein ihm bekannter âMannâ gewesen.cite-ref-32[32] Nach Angaben seiner Familie meinte er Bergoglio, den er privat mehrfach beschuldigt habe.cite-ref-faz-allestun-33-0[33]
Der argentinische Menschenrechtsanwalt Emilio Mignone machte die VorwĂŒrfe der Priester gegen Bergoglio 1986 publik. Dessen Entscheidung, das Armenviertelprojekt von Jalics und Yorio nicht lĂ€nger zu unterstĂŒtzen, habe die MilitĂ€rs zu ihrem Vorgehen ermuntert. Er sei âeiner der Hirtenâ gewesen, âdie ihre Schafe dem Feind auslieferten, ohne sie zu verteidigen oder zu retten.âcite-ref-34[34]
1999 veröffentlichte der argentinische Journalist Horacio Verbitsky be- und entlastende Zeugenaussagen zu Bergoglios Verhalten 1976. Der Menschenrechtlerin Alicia Oliveira zufolge erreichte Bergoglio die Freilassung von Jalics und Yorio, indem er Admiral Massera in einem GesprĂ€ch drohte, andernfalls werde er den Fall publik machen. Laut dem 1975 gefolterten Jesuiten Juan Luis Moyanocite-ref-35[35] machte Bergoglio wegen seiner Kontakte mit Massera keine EntfĂŒhrungen von Jesuiten bekannt, forderte zwei weitere Priester zum Verlassen des Armenviertels auf und wies das MilitĂ€r darauf hin, so dass man sie entfĂŒhrt habe.cite-ref-36[36]
Yorio bekrĂ€ftigte seine VorwĂŒrfe 1999 in einem Interview mit Verbitsky. Bergoglio habe ihnen im Februar 1976 geraten, ihre Versetzung zu beantragen, aber heimlich mehrere argentinische Bischöfe, darunter Juan Carlos Aramburu, abgehalten, sie aufzunehmen. Auf Versuche Aramburus, sie unbefristet zu suspendieren, habe er ihnen private Messen im Slum zu feiern erlaubt. WĂ€hrend ihrer Haft habe er ihren Verwandten von ihrer mutmaĂlichen ErschieĂung berichtet; man habe bereits Totenmessen fĂŒr sie gehalten.cite-ref-pagina12abierta-25-1[25] Den dem Orden genannten Festnahmegrund, âdass mindestens einer von uns Guerillero seiâ, mĂŒsse Bergoglio dem MilitĂ€r gegeben haben.cite-ref-37[37] Diese von Admiral Massera geĂ€uĂerte Behauptung habe ihm dann wiederum als Entschuldigung dafĂŒr gedient, sich nicht fĂŒr ihre Freilassung einzusetzen. Er habe nicht abgewartet, ob sie lebend freikĂ€men.cite-ref-ferguson-38-0[38] Yorio erhielt die VorwĂŒrfe bis zu seinem Tod im Jahr 2000 aufrecht.cite-ref-39[39] Seine Schwester bekrĂ€ftigte sie als Zeugin vor Gericht am 20. April 2013.cite-ref-40[40]
2005 schrieb Verbitsky in seinem Buch El Silencio: Bergoglio habe Arrupe 1976 wĂ€hrend der Haft der beiden Priester ihren Ausschluss aus dem Orden brieflich mitgeteilt und sie damit dem MilitĂ€r ausgeliefert.cite-ref-41[41] Im April 2005 erstattete der argentinische Menschenrechtsanwalt Marcelo Parrilli in Buenos Aires Anzeige gegen Bergoglio: Er sei in das Verschwindenlassen der Jesuiten verwickelt gewesen und habe sie eventuell bei der Junta angezeigt. Parrilli ergĂ€nzte 2013: Bergoglio habe sich nicht fĂŒr die bereits inhaftierten OrdensbrĂŒder eingesetzt. Die Verhörer hĂ€tten Details gewusst, die sie nur vom Jesuitenorden hĂ€tten erfahren können.cite-ref-42[42]
Bergoglio schrieb schon im September 1976 an Angehörige von Jalics, dass er sich erfolglos fĂŒr die Freilassung der beiden Priester eingesetzt habe. Am Tag nach der Freilassung schrieb er ihnen: Er habe nie geglaubt, dass man Jalics ermordet habe, âda ich Auskunft ĂŒber beide Patres hatteâ.cite-ref-faz-allestun-33-1[33] 1999 teilte er Verbitsky seine Version der Ereignisse mit: Er habe Diktator Jorge Rafael Videla und Admiral Massera wegen Jalics und Yorio je zweimal aufgesucht; beim ersten Treffen hĂ€tten beide behauptet, sie wĂŒssten nichts ĂŒber den Fall, wĂŒrden aber nachforschen. Beim zweiten Treffen mit Massera habe er auf der Freilassung der Priester bestanden; er wisse, wo sie seien.cite-ref-pagina12-13-2[13] Laut einem Interview von 2010 habe er Yorio und Jalics niemals als Mitglieder der Guerilla verdĂ€chtigt. Weil sie 1975 fĂŒr ihr Projekt eigene Richtlinien verfasst hĂ€tten, habe Pedro Arrupe sie aufgefordert, sich dazwischen und dem Jesuitenorden zu entscheiden. Daraufhin hĂ€tten sie um Entlassung aus dem Orden gebeten. Weil Jalics schon seine letzten OrdensgelĂŒbde abgelegt hatte, sei sein Gesuch abgelehnt, das von Yorio im MĂ€rz 1976 aber akzeptiert worden. Bergoglio habe den beiden Jesuiten 1976 wenige Tage vor dem Putsch angeboten, im Jesuitenhaus Schutz vor der drohenden Gefahr zu suchen. Doch sie hĂ€tten das Angebot abgelehnt. Nach ihrer Gefangennahme habe er sich sofort intensiv und kontinuierlich fĂŒr ihre Freilassung eingesetzt. Deswegen und weil ihnen nichts nachgewiesen werden konnte, seien sie schlieĂlich freigekommen.cite-ref-43[43] âIch habe getan, was ich konnte, um mich fĂŒr die EntfĂŒhrten einzusetzen, mit dem Alter, das ich hatte, und den wenigen Verbindungen, auf die ich zĂ€hlen konnte.âcite-ref-44[44] 2010 sagte er als Zeuge in einem Prozess gegen argentinische Folterer: Er habe sich dem Streben kirchlicher Gegner widersetzt, die Gemeinde im Armenviertel aufzulösen und Jalics und Yorio zu versetzen. Entgegen anderen Behauptungen habe er sie bestĂ€rkt, dort gegebenenfalls auch ohne offizielle Erlaubnis weiter Messen zu feiern. Unmittelbar nach ihrer Inhaftierung habe er den Ort ihrer Haft herauszufinden versucht und sich dazu mit Massera getroffen. Er habe diesem bezeugt, sie seien an keinerlei âungewöhnlichenâ AktivitĂ€ten beteiligt, und verlangt, sie zu sehen. Durch allgemein umlaufende GerĂŒchte (Namen von Informanten nannte er nicht) habe er erfahren, dass sie in der ESMA gefangen waren. Nach ihrer Freilassung habe er sich sofort fĂŒr ihre Sicherheit und Ausreise eingesetzt. Er rĂ€umte ein, dass er keine Strafanzeigen gestellt und nicht öffentlich ĂŒber den Fall geredet habe. Jalics und Yorio hĂ€tten ihm persönlich kein Fehlverhalten vorgeworfen. Yorios VorwĂŒrfe von 1999 seien durch sein Leiden in der Haft zu erklĂ€ren.cite-ref-ferguson-38-1[38] Der frĂŒhere Chauffeur Bergoglios bezeugte im selben Prozess dessen Engagement fĂŒr den Jesuitenorden gegenĂŒber Massera.cite-ref-tagesspiegel-15-03-2013-45-0[45] Der ermittelnde Richter German Castelli folgerte, Bergoglio habe sich juristisch nicht strafbar gemacht. Historiker weisen auf bisher fehlende Akteneinsicht zur Zeit der MilitĂ€rdiktatur hin.cite-ref-46[46]
Ein Austrittsgesuch von Jalics aus dem Jesuitenorden hĂ€lt dessen Familie fĂŒr unglaubwĂŒrdig.cite-ref-faz-allestun-33-2[33] Laut dem Jesuitenorden (15. MĂ€rz 2013) wurden die beiden Jesuiten nie ausgeschlossen; Yorio sei nach seiner Freilassung freiwillig ausgetreten.cite-ref-47[47] Jalics erklĂ€rte am 15. MĂ€rz 2013: Welche Rolle Bergoglio beim Zustandekommen der fĂŒnfmonatigen Haft gehabt habe, könne er nicht sagen. Nach 1998 habe er sich mit ihm ausgesprochen und bei einer Messe versöhnt. Er betrachte den Vorfall als abgeschlossen.cite-ref-48[48] Am 20. MĂ€rz ergĂ€nzte er: Bergoglio habe sie damals nicht angezeigt. Man habe sie damals nicht wegen einer Denunziation festgenommen, sondern wegen falscher Informationen in âkirchlichen Kreisenâ, dass sie zur Guerilla gehört hĂ€tten, und wegen ihrer Kontakte zu einer Katechetin, die sich der Guerilla angeschlossen hatte.cite-ref-49[49]
1979 beschied ein Beamter aus dem AuĂenministerium Argentiniens einen Antrag Bergoglios fĂŒr Jalics, diesem einen neuen Pass auszustellen, negativ. Als GrĂŒnde nannte er AuskĂŒnfte Bergoglios, wonach die Gemeinde im Armenviertel im Februar 1976 aufgelöst worden und Jalics wegen Kontakten zur Guerilla im GefĂ€ngnis ESMA inhaftiert gewesen sei. Bergoglio habe empfohlen, den abgelaufenen Pass von Jalics nicht zu verlĂ€ngern.cite-ref-50[50] Verbitsky veröffentlichte das Dokument 2010 als Beleg fĂŒr ein âDoppelspielâ Bergoglios. Dieser sagte im Prozess, er habe dem Beamten mitgeteilt, dass Jalics unschuldig verhaftet worden sei.cite-ref-faz-allestun-33-3[33] Laut Vatikanhistoriker Matteo Luigi Napolitano (20. MĂ€rz 2013) belegt die Beamtennotiz von 1979 nicht, dass Bergoglio Jalics bei der Regierung als âsubversivâ denunzierte, sondern dass Jalics und Yorio aus dem Jesuitenorden austreten wollten.cite-ref-51[51]
Weitere VorwĂŒrfe
In seinem Buch El Silencio von 2005 warf Verbitsky Bergoglio auch vor, dieser habe vom systematischen Raub von Neugeborenen gewusst, aber nichts dagegen getan. Bergoglio erhielt 2010 eine gerichtliche Aufforderung zur Zeugenaussage, was er ĂŒber den Raub von 500 Kindern verschwundener Regimegegner gewusst habe. Er antwortete schriftlich: Er habe sich erst Ende der 1980er Jahre nĂ€her mit diesem Thema befasst und bis dahin nichts von massenhaftem Kindesraub gewusst.cite-ref-haupt2010-52-0[52]
Im Mai 2011 fand in Argentinien ein Prozess gegen MilitĂ€rangehörige statt, die wegen EntfĂŒhrungen Schwangerer, Kindesraubs und Mordes angeklagt waren. Die Zeugin der Anklage Estela de la Cuadra legte einen Brief Bergoglios von 1977 vor: Der Absender war von Arrupe beauftragt worden, Cuadrasâ entfĂŒhrte Schwester und deren in Haft geborenes Kind ausfindig zu machen. Er hatte daraufhin einen anderen Bischof dazu um Hilfe gebeten. Cuadra warf ihm vor, er mĂŒsse demnach schon 1977 von massenhaftem Kindesraub gewusst haben, sei aber inaktiv geblieben und habe sein damaliges Wissen spĂ€ter geleugnet.cite-ref-haupt2010-52-1[52] Cuadra erhielt diese VorwĂŒrfe nach der Papstwahl 2013 aufrecht.cite-ref-53[53]
2011 beantragte ein französisches Gericht bei argentinischen Justizbehörden, Bergoglio als Zeugen zum Fall der ermordeten Priester Gabriel Longueville und Carlos Murias vorladen zu dĂŒrfen. Beide waren am 17. Juli 1976 entfĂŒhrt, gefoltert und am Folgetag erschossen aufgefunden worden. Bergoglio sollte Kenntnisse ĂŒber etwaige Archivdokumente der Kirche zu dem Fall aufdecken. Er Ă€uĂerte sich nicht dazu. Das Gesuch blieb bis Stand MĂ€rz 2013 unbeantwortet.cite-ref-54[54] Ebenfalls 2011 wurde bekannt, dass Bergoglio die Seligsprechung dieser ermordeten Priester und weiterer Mordopfer der Junta von 1976 auch gegenĂŒber konservativen Bischofskollegen vorantrieb.cite-ref-55[55]
2005 hatte Verbitsky als Beispiel fĂŒr kirchliche Zusammenarbeit mit der Junta angefĂŒhrt, dass die Marine Argentiniens 60 Gefangene der ESMA vor einem Besuch einer interamerikanischen Menschenrechtskommission in einer Villa bei Buenos Aires versteckt hatte. Ein britischer Medienbericht von 2011 behauptete, die Villa sei Bergoglios Ferienhaus gewesen; er habe das Versteck arrangiert.cite-ref-56[56] Daraufhin gab Bergoglio Verbitsky einen prĂ€zisen Hinweis auf Prozessakten, aus denen hervorging, dass die Villa dem damaligen Erzbischof Aramburu gehört hatte und von diesem genutzt worden war. Am 14. MĂ€rz 2013 gab Verbitsky dies bekannt und betonte: Bergoglio habe ihm entscheidend dabei geholfen, den Vorgang aufzuklĂ€ren.cite-ref-57[57]
Positive Aussagen Verfolgter
âą 2006 sagte Juan Luis Moyano, Bergoglio habe damals beim MilitĂ€r fĂŒr inhaftierte Jesuiten gekĂ€mpft.cite-ref-58[58]
âą Bei der Papstwahl 2013 wurden die VorwĂŒrfe gegen ihn erneut öffentlich diskutiert. Der argentinische BĂŒrgerrechtler und FriedensnobelpreistrĂ€ger Adolfo PĂ©rez Esquivel, den die MilitĂ€rjunta verfolgt hatte, erklĂ€rte am 14. MĂ€rz, viele argentinische Bischöfe hĂ€tten sich vergeblich fĂŒr inhaftierte Priester eingesetzt. Zwar seien manche Kirchenvertreter Komplizen der Diktatur gewesen, âaber Bergoglio nicht.âcite-ref-59[59]
âą Auch der Befreiungstheologe Leonardo Boff betonte: âEr hat viele gerettet und versteckt, die von der MilitĂ€rdiktatur verfolgt wurden.âcite-ref-60[60]
âą Die Menschenrechtsaktivistin Graciela FernĂĄndez Meijide erklĂ€rte am 15. MĂ€rz 2013 in der Tageszeitung ClarĂn, bei ihrer Arbeit fĂŒr eine argentinische Menschenrechtsorganisation habe sie Hunderte von Zeugenaussagen erhalten, aber niemand habe Bergoglio erwĂ€hnt.cite-ref-61[61]
âą Der Brite Robert Cox hatte 1976 als erster Journalist in Argentinien Verbrechen der Junta aufgedeckt, war deshalb 1977 selbst inhaftiert worden und hatte die Konflikte um Bergoglios Verhalten in Argentinien mitverfolgt. Er resĂŒmierte am 17. MĂ€rz 2013: Bergoglio sei in den 1970er Jahren weder Held noch Komplize gewesen. Er habe sich wĂ€hrend der Diktatur nie gegen diese geĂ€uĂert und erst spĂ€ter herausgestellt, dass er das Leben einiger Priester gerettet habe. Dieses Versagen werde ihm sicher als Papst bewusst bleiben.cite-ref-62[62]
âą Am 17. MĂ€rz 2013 betonte die Juristin Alicia Oliveira: âAls die Junta hinter mir her war, hat er sich auf meine Seite gestellt. Ich bin von Jorges Standfestigkeit ĂŒberzeugt.âcite-ref-63[63]
⹠Am 19. MÀrz 2013 sagte der Priester Miguel La Civita: Bergoglio habe ihn und weitere Mitarbeiter des Bischofs Enrique Angelelli 1976 nach dessen Ermordung durch Junta-AnhÀnger unter seinen Schutz gestellt und sie in einer von ihm geleiteten Jesuitenschule versteckt.cite-ref-64[64]
âą Am 22. MĂ€rz 2013 erklĂ€rte der spanische Priester Jose Luis Caravias: Er habe seit 1972 in den Slums von Buenos Aires gearbeitet. Bergoglio habe ihn 1976 vor Mordabsichten der Alianza Anticomunista Argentina gewarnt, so dass er die Stadt rechtzeitig habe verlassen können. So habe er sein Leben gerettet. Nach seiner Kenntnis habe Bergoglio durch seinen unermĂŒdlichen Einsatz auch Jalics und Yorio gerettet.cite-ref-65[65]
âą Am 24. MĂ€rz 2013 bezeugte Gonzalo Mosca, ein frĂŒherer Gegner der Diktatur: Bergoglio habe ihm 1977 bei der Flucht ĂŒber Argentinien nach Brasilien durch Planung des GrenzĂŒbertritts und Fahrerdienste geholfen.cite-ref-66[66]
Bischof und Kardinal
Am 20. Mai 1992 ernannte Papst Johannes Paul II. Bergoglio zum Weihbischof in Buenos Aires und Titularbischof von Auca. Am 27. Juni spendete ihm der Erzbischof von Buenos Aires Antonio Quarracino die Bischofsweihe. Mitkonsekratoren waren Emilio Ogñénovich, Bischof von Mercedes-Lujån, und Ubaldo Calabresi, Apostolischer Nuntius in Argentinien.
Am 3. Juni 1997 wurde Bergoglio zum Koadjutorerzbischof von Buenos Aires ernannt. Nach dem Tod von Kardinal Quarracino am 28. Februar 1998 trat er dessen Nachfolge als Erzbischof von Buenos Aires an. Zugleich wurde er zum Ordinarius fĂŒr die GlĂ€ubigen der Katholischen Ostkirchen in Argentinien ernannt. Laut Bergoglios damaligem Sprecher Federico Wals war die Erzdiözese in einen Finanzskandal verwickelt und verschuldet. Bergoglio habe ihre Aktienanteile bei einer insolventen Kreditbank verkauft und in gewöhnliche Konten bei zwei internationalen Banken transferiert.cite-ref-67[67] WĂ€hrend seiner Zeit als Bischof in Buenos Aires gab Bergoglio ein Gutachten ĂŒber den pĂ€dophilen Ordenspriester Julio CĂ©sar Grassi SDB in Auftrag.cite-ref-68[68]
1999 lieĂ Bergoglio den Leichnam des Priesters Carlos Mugica, der fĂŒr die Armen eingetreten und 1974 bei einer Messe von der Alianza Anticomunista Argentina ermordet worden war, feierlich in dessen Elendsviertel ĂŒberfĂŒhren.cite-ref-nahbar-69-0[69] Er trat seit 2000 öfter bei Jahrestreffen der antimarxistischen, spirituellen Freiwilligenbewegung Comunione e Liberazione auf und warb fĂŒr ein programmatisches Buch ihres GrĂŒnders Luigi Giussani. Deshalb galt er als dieser Bewegung nahestehend.cite-ref-ncronline-org-70-0[70]
Nach Aussage von Clelia Luro-Podesta (2013) besuchte Bergoglio 2001 als einziger katholischer AmtstrĂ€ger Argentiniens ihren Mann, den ehemaligen Bischof JerĂłnimo JosĂ© PodestĂĄ, als dieser im Sterben lag. Podesta war wegen seiner BefĂŒrwortung der Priesterehe und Frauenordination sowie seiner regimekritischen Haltung von allen kirchlichen Ămtern suspendiert worden.cite-ref-71[71] Nach seinem Tod war Bergoglio wiederum der einzige argentinische Bischof, der Podestas Verdienste fĂŒr die Kirche öffentlich wĂŒrdigte.cite-ref-72[72]
Als Erzbischof warb Bergoglio erfolgreich Priester fĂŒr die Arbeit in den Armenvierteln von Buenos Aires an, lieĂ sie paarweise zusammenarbeiten und verdoppelte so die Zahl der dort seit etwa 1960 bestehenden katholischen Gemeinden auf 20. Er erschien oft unangemeldet in den Slums, initiierte Hilfsprojekte fĂŒr DrogensĂŒchtige und versuchte, sie vor Todesdrohungen von Drogendealern zu schĂŒtzen.cite-ref-73[73] Damit gewann er enorme Sympathien bei argentinischen Slumbewohnern.cite-ref-slumpope-74-0[74] In der Wirtschaftskrise Argentiniens von 2001, bei der etwa 40 Prozent der Bevölkerung verarmten, stellte Bergoglio die freie Marktwirtschaft und die zunehmende Globalisierung in Frage und rief die Politik dazu auf, Differenzen zugunsten eines sozialen Wiederaufbaus der Wirtschaft zurĂŒckzustellen. Er wurde fĂŒr einen bescheidenen Lebensstil und Einsatz fĂŒr die Armen bekannt.cite-ref-75[75]
Papst Johannes Paul II. ernannte Bergoglio am 21. Februar 2001 zum Kardinal und nahm ihn als Kardinalpriester in das Kardinalskollegium auf (Titelkirche San Roberto Bellarmino).cite-ref-76[76] Nach Berichten von 2002 untersagte Bergoglio Spendensammlungen in Buenos Aires fĂŒr Reisekosten zu seiner AmtseinfĂŒhrung in Rom und forderte die Argentinier auf, zuhause zu bleiben und die bisherigen Spenden unter den Armen zu verteilen. Seitdem wurde er als möglicher Kandidat fĂŒr das Papstamt betrachtet. Fragen danach wies er stets zurĂŒck.cite-ref-77[77] In der römischen Kurie war er Mitglied der Kongregation fĂŒr den Klerus, der Kongregation fĂŒr den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und der pĂ€pstlichen Kommission fĂŒr Lateinamerika.cite-ref-catholica-78-0[78] Im Konklave 2005 soll Bergoglio laut Tagebuchaufzeichnungen eines anonymen Kardinals im dritten Wahlgang 40 Stimmen erhalten haben.cite-ref-lastampa-79-0[79] Danach soll er auf die Kandidatur verzichtet und so die Wahl Joseph Ratzingers zum Papst ermöglicht haben.cite-ref-welt-80-0[80]
Seit 2001 hatte Bergoglio mehrere öffentliche Konflikte mit den Regierungen Argentiniens. 2001 kritisierte er einen gewaltsamen Polizeieinsatz gegen die GroĂmĂŒtter vom Plaza de Mayo. 2004 warf er NĂ©stor Kirchner in einer Predigt âExhibitionismusâ vor.cite-ref-81[81] 2007 lehnte er die Einstellung staatlicher Hilfen fĂŒr die Bauern ab. Er geiĂelte Korruption und fortschreitende Verarmung und traf sich mit prominenten Oppositionellen.cite-ref-82[82] Am 8. November 2005 wurde Bergoglio fĂŒr drei Jahre zum Vorsitzenden der argentinischen Bischofskonferenz gewĂ€hlt und am 11. November 2008 fĂŒr weitere drei Jahre im Amt bestĂ€tigt. Bei der 5. Generalversammlung des CELAM, des Rats aller Bischöfe von Lateinamerika und der Karibik, 2007 in Aparecida leitete er die Redaktionskommission zur Abfassung des Schlussdokuments.cite-ref-aparecida-83-0[83] Er bezeichnete dieses lehramtliche Dokument als âEvangelii nuntiandi Lateinamerikasâcite-ref-osservatore-romano-84-0[84] und erklĂ€rte: âWir leben im Teil der Welt mit der gröĂten Ungleichheit, der am meisten gewachsen ist und das Elend am wenigsten verringert hat. Die ungerechte Verteilung der GĂŒter dauert an und hat eine Situation der sozialen SĂŒnde entstehen lassen, die zum Himmel schreit und die Möglichkeiten eines erfĂŒllteren Lebens fĂŒr so viele unserer BrĂŒder begrenzt.âcite-ref-ncronline-org-70-1[70] Seit 2008 arbeitete Bergoglio mit Fundacion Alameida zusammen, einer Hilfsorganisation fĂŒr von Menschenhandel und Zwangsprostitution bedrohte Frauen. Mehrfach klagte er Polizei und Justiz von Buenos Aires öffentlich der Korruption an.cite-ref-85[85]
Bei Gedenkfeiern zum Falklandkrieg von 1982 vertrat Bergoglio 2009 und 2012 die Auffassung seines Staates, dass die unter britischer Hoheit stehenden Falklandinseln rechtmĂ€Ăig zu Argentinien gehörten. Er nannte sie gegenĂŒber Angehörigen gefallener Soldaten âunser Landâ und âHeimatlandâ, das âusurpiertâ worden sei.cite-ref-86[86] 2010 kritisierte Bergoglio das Verlagern von Unternehmensgewinnen ins Ausland als SĂŒnde. Sowohl Kapitalismus als auch Kommunismus bewirkten eine Herrschaft des Geldes, der Vetternwirtschaft und des Hedonismus. Hilfe fĂŒr die Armen sollte nicht institutionalisiert, sondern durch persönliche Kontakte gegeben werden. NĂ€chstenliebe werde oft instrumentalisiert. Am besten sei Hilfe von Armen fĂŒr Arme.cite-ref-87[87]
2010 beschloss die argentinische Regierung unter PrĂ€sidentin Cristina FernĂĄndez de Kirchner die gesetzliche Erlaubnis der gleichgeschlechtlichen Ehe. Bergoglio sah darin âechten und bitteren anthropologischen RĂŒckfallâcite-ref-phoenix-de-14-03-2013-88-0[88] und erklĂ€rte gegenĂŒber kirchlichen Kreisen, es sei âeine destruktive AnmaĂung gegen den Plan Gottesâ und âeine Intrige vom Vater der LĂŒgen, welche die Kinder Gottes zu verwirren oder zu tĂ€uschen versuchtâ.cite-ref-time-com-2010-89-0[89] Kirchner fĂŒhlte sich dadurch an das âMittelalter und die Inquisitionâ erinnert.cite-ref-eldia-90-0[90] Bergoglio bejahte stattdessen eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft und schlug den argentinischen Bischöfen kurz vor der Verabschiedung des Gleichstellungsgesetzes ĂŒberraschend vor, der Regierung dieses Kompromissangebot zu machen. Die Bischöfe lehnten es jedoch mehrheitlich ab. Das war die einzige Abstimmungsniederlage Bergoglios als Leiter der Bischofskonferenz.cite-ref-91[91] Die Regierungen von NĂ©stor Kirchner und Cristina FernĂĄndez de Kirchner betrachteten ihn als politischen Rivalen.
Im selben Jahr rĂ€umte Bergoglio als Sprecher der Bischöfe Argentiniens erstmals âFehlerâ wĂ€hrend der MilitĂ€rdiktatur ein und kritisierte die gegenseitige Gewalt der Junta und ihrer politischen Gegner.cite-ref-92[92] Ebenfalls 2012 kritisierte er Priester, die alleinstehenden MĂŒttern die Taufe ihrer Kinder verweigerten. Sakramente dĂŒrften nicht benutzt werden, um verletzbare Menschen auszugrenzen, weil sie angeblich dogmatische oder moralische Bedingungen nicht erfĂŒllten. Das widerspreche der Menschwerdung und Lebensweise Jesu Christi. Die Kirche sei keine Nichtregierungsorganisation oder Abteilung einer multinationalen Firma; dieser âNeoklerikalismusâ sei zu beenden.cite-ref-93[93]
2006 soll Guillermo Marco, der damalige Sprecher Bergoglios, in einem Interview das Papstzitat von Regensburg kritisiert haben: âSobald man auf doktrinĂ€ren Differenzen besteht, kommt es zwangslĂ€ufig zur Konfrontation. Als Papst Benedikt sich auf das Feld einer Diskussion ĂŒber die Wahrheit begab, wurde seine ErklĂ€rung unglĂŒcklich, egal ob sie richtig oder falsch war.â Diese Kritik soll im Vatikan Empörung und Rufe nach einer Absetzung Bergoglios als Kardinal ausgelöst haben.cite-ref-94[94] Bergoglio soll daraufhin eine geplante Reise zum Vatikan kurzfristig abgesagt haben.cite-ref-95[95] Nach Bergoglios Wahl zum Papst behauptete eine britische Zeitung, er habe durch seinen Sprecher kritisiert: Die Aussage Benedikts sei geeignet, die von Papst Johannes Paul II. in 20 Jahren sorgfĂ€ltig aufgebaute Beziehung zum Islam in 20 Sekunden zu zerstören. Mit der Emeritierung eines anderen argentinischen Erzbischofs habe der Vatikan Bergoglios Absetzung angedroht.cite-ref-96[96]
Wahl zum Papst
Konklave 2013
â
Hauptartikel
:
Konklave 2013
Nachdem Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 auf sein Amt verzichtet hatte, begann am 12. MĂ€rz das Konklave, an dem 115 KardinĂ€le teilnahmen. Bergoglios Wahlchance galt wegen seines Alters und seiner angeschlagenen Gesundheit als gering.cite-ref-welt-80-1[80] Doch am zweiten Tag des Konklaves erhielt Bergoglio im fĂŒnften Wahlgang die nötige Zweidrittelmehrheit und wurde zum 266. Nachfolger Petri gewĂ€hlt.cite-ref-habemus-97-0[97]
Franziskus wurde somit zum ersten nicht in Europa geborenen Papst in mehr als 1200 Jahren:cite-ref-98[98] Gregor III. (amtierte 731â741) kam (möglicherweise) aus Syrien.cite-ref-99[99] Zudem wurde mit ihm erstmals ein Jesuit und damit 167 Jahre nach dem Tod des Kamaldulensers Gregor XVI. (amtierte 1831â1846) wieder ein Ordensangehöriger Papst.cite-ref-orf-100-0[100] Dies werteten Beobachter als bedeutsam, da PĂ€pste im Hochmittelalter hĂ€ufiger aus groĂen katholischen MĂ€nnerorden stammten, aber heute nur noch knapp 15 Prozent der KardinĂ€le einem Orden angehören.cite-ref-101[101]
Name
Bergoglio nahm als erster Papst den lateinischen Papstnamen Franciscus an. Laut Vatikansprecher Federico Lombardi ist die nachgestellte Ordnungszahl I., anders als bei Johannes Paul I., so lange nicht zu verwenden, bis ein weiterer Papst diesen Namen wÀhlt.cite-ref-spon-102-0[102] Es ist das erste Mal seit 1100 Jahren (Papst Lando, 913, letzter Gegenpapst Albertus 1102), dass ein Papst einen Namen trÀgt, den noch kein Papst vor ihm verwendet hat. (Bei Johannes Paul I. wurden beide Namen bereits einzeln genutzt.)
Am 16. MĂ€rz 2013 erklĂ€rte der Papst, er habe sich nach Franz von Assisi benannt, weil ClĂĄudio Hummes ihn nach seiner Wahl im Konklave gebeten habe: âVergiss die Armen nicht!â Franziskus sei fĂŒr ihn der Mann der Armut, des Friedens, der die Schöpfung liebe und bewahre. Anzustreben sei eine âarme Kirche fĂŒr die Armenâ, ihre materielle ZurĂŒckhaltung und mehr Hilfe fĂŒr BedĂŒrftige. Das VerhĂ€ltnis der Menschen zur Schöpfung sei ânicht sehr gutâ.cite-ref-medienvertreter-16-03-2013-103-0[103]
Der im Februar 2014 von Franziskus kreierte Kardinal Loris Francesco Capovilla verriet am 13. MĂ€rz 2014 in einem Interview mit der Zeitung Eco di Bergamo, dass Franziskus kurz nach seiner Wahl auch mit dem Gedanken gespielt habe, sich Johannes XXIV. zu nennen, in Erinnerung an Johannes XXIII., den Initiator des Zweiten Vatikanischen Konzils.cite-ref-104[104] Auch hatte das Kardinalskollegium dem neu gewĂ€hlten Papst andere Namen vorgeschlagen. So hĂ€tte er sich Hadrian VII. nennen können, in Erinnerung an Hadrian VI., ebenfalls ein Papst der Reformbestrebungen seiner Zeit. Eine weitere Option wĂ€re der Papstname Clemens XV. gewesen. Der Name Clemens wĂ€re fĂŒr den Jesuiten Bergoglio eine Art âRacheâ gewesen, da Papst Clemens XIV. 1773 den Orden der Jesuiten verboten habe, und nun ein Jesuit Papst geworden sei.cite-ref-105[105]
Wappen
Beim sogenannten Hut ĂŒber dem Wappenschild griff Franziskus auf das Wappen Benedikts XVI. zurĂŒck, das anstelle der Tiara eine einfache bischöfliche Mitra zeigt. Sie ist Ă€hnlich den Kronreifen der Tiara mit drei goldenen, in der Mitte vertikal miteinander verbundenen BĂ€ndern geschmĂŒckt. Sie stehen fĂŒr die Einheit von Weiheamt, Jurisdiktion und Lehramt des Papstes in derselben Person.cite-ref-106[106]
Der Schild trĂ€gt das Symbol der Jesuiten: eine goldene Sonne mit dem roten Christusmonogramm IHS, dessen H von einem roten Kreuz ĂŒberragt wird.cite-ref-107[107] Die drei schwarzen NĂ€gel darunter symbolisieren die jesuitischen OrdensgelĂŒbde der freiwilligen Armut, ehelosen Keuschheit und des Gehorsams.cite-ref-108[108]
Die weiteren Symbole gleichen denen des erzbischöflichen Wappens Bergoglios, jedoch mit einigen Unterschieden: Stern und Narden-BlĂŒten sind golden statt silbern; der Stern ist acht- statt fĂŒnfzackig. Er symbolisiert Maria (Mutter Jesu), die Narde den heiligen Josef, den Schutzpatron der Kirche.cite-ref-109[109] Diese vatikanische Deutung wurde vereinzelt bezweifelt und als Ăbersetzungsfehler erklĂ€rt; die vermeintliche Narde sei eine Tuberose.cite-ref-110[110]
Anders als bei Benedikt enthĂ€lt das Wappen kein Pallium, aber den Wahlspruch des Erzbischofs Bergoglio: Miserando atque eligendo (âaus Barmherzigkeit erwĂ€hltâcite-ref-111[111]). Er bezieht sich auf die Berufung des MatthĂ€us und stammt aus einer Predigt des Beda Venerabilis.cite-ref-112[112]
Siehe auch
:
Papstwappen
und
Kirchliche Heraldik
AmtseinfĂŒhrung
Am 15. MĂ€rz 2013 rief Franziskus das Kardinalskollegium im Apostolischen Palast mit âLiebe BrĂŒder, los!â zur brĂŒderlichen, geeinten VerkĂŒndigung des Evangeliums auf: âDie christliche Wahrheit ist anziehend und gewinnend, denn sie antwortet auf die tiefen BedĂŒrfnisse des menschlichen Daseins.âcite-ref-113[113]
Beim Gottesdienst zur AmtseinfĂŒhrung am 19. MĂ€rz 2013 erhielt er den Fischerring und das Pallium als Zeichen des Petrusdienstes. In seiner Predigt betonte er: âJesus hat an Petrus auch Macht verliehen. Aber um welche Macht handelt es sich da? [âŠ] Er muss das Volk behĂŒten, beschĂŒtzen, gerade die Armen, die Fremden, die Obdachlosen, die Nackten und die Kranken. Nur wer mit Liebe dient, kann behĂŒten und beschĂŒtzen.â Er appellierte an die VerantwortungstrĂ€ger in Wirtschaft und Politik: âLasst uns âHĂŒterâ der Schöpfung, des in die Natur hineingelegten Planes Gottes sein, HĂŒter des anderen, der Umwelt; lassen wir nicht zu, dass Zeichen der Zerstörung und des Todes den Weg dieser unserer Welt begleiten.âcite-ref-predigt-amtseinf-hrung-114-0[114] SolidaritĂ€t mit den Armen und Bewahrung der Schöpfung wurden als Hauptanliegen der Predigt berichtet.cite-ref-115[115]
Teilnehmer waren ohne besondere vatikanische Einladung Vertreter von 180 Staaten, 33 anderen Kirchen und Konfessionen sowie weitere aus anderen Religionen.cite-ref-116[116] Erstmals nahm mit BartholomĂ€us I. ein griechisch-orthodoxer Patriarch von Konstantinopel, der alle orientalischen Kirchen vertritt, an der AmtseinfĂŒhrung eines Papstes teil.cite-ref-117[117]
Am 23. MĂ€rz 2013 traf sich Franziskus privat mit Benedikt XVI. in Castel Gandolfo. GesprĂ€chsinhalte gaben sie nicht bekannt. Ein solches PĂ€pstetreffen hatte es seit ĂŒber 700 Jahren nicht gegeben.cite-ref-118[118]
Pontifikat
â
Hauptartikel
:
Liste der Kardinalskreierungen von Papst Franziskus
Papst Franziskus war der zweitĂ€lteste Papst, dessen Lebensdaten gesichert sind. Im Amt wurde nur Leo XIII. mit 93 Jahren Ă€lter; auch Benedikt XVI. wurde Ă€lter, war aber mit 85 Jahren zurĂŒckgetreten.cite-ref-119[119]
Franziskus trat seit seinem Amtsantritt mit besonderen Anliegen, Verhalten und Positionen hervor. Er betonte soziale Gerechtigkeit und hatte eine Reform der Vatikanbank (Istituto per le Opere di Religione) eingeleitet und vertrat in Fragen der SexualitĂ€t die Linie seiner VorgĂ€nger. Franziskus war ein ausgesprochener Kritiker des unreglementierten Kapitalismus und des Wirtschaftsliberalismus, des Konsumismus und der Ăberentwicklung;cite-ref-120[120] er befĂŒrwortete MaĂnahmen gegen die globale ErwĂ€rmung.cite-ref-121[121]
Auftreten und Lebensweise
Franziskus galt als bescheiden, aber auch als entschlossen und durchsetzungsstark.cite-ref-122[122] Vor seiner Wahl zum Papst wurde er als âasketischer Mann Gottesâ,cite-ref-ulrich-123-0[123] âeher stiller Intellektuellerâ,cite-ref-zeit-20050415-124-0[124] âwortkarg und medienscheuâ und gegenĂŒber der Tagespolitik distanziert beschrieben.cite-ref-brueggemann-125-0[125]
Einige Verhaltensweisen von Franziskus nach seiner Wahl wurden als Zeichen von Demut, Abkehr vom Stil seines VorgĂ€ngers gedeutet sowie der Absicht, ein Papst der Armen zu sein und die Kurie zu reformieren. Bei seinem ersten Auftritt auf der Benediktionsloggia des Petersdoms verzichtete er auf das Tragen von Stola und Mozetta, grĂŒĂte mit âBrĂŒder und Schwestern, guten Abendâ und bat vor dem Segen Urbi et orbi: âEhe der Bischof das Volk segnet, bitte ich euch, den Herrn anzurufen, dass er mich segne.âcite-ref-126[126] Er benutzte nicht den vorgesehenen Mercedes mit Chauffeur, sondern einen Bus fĂŒr die Fahrt zum Abendessen, setzte sich dabei nicht auf den Thronsessel, holte sein GepĂ€ck in der Unterkunft, in der er vor dem Konklave ĂŒbernachtet hatte, selbst ab, bezahlte sein Zimmer und ging zu FuĂ zum Apostolischen Palast.cite-ref-nahbar-69-1[69]
Anstatt in den Apostolischen Palast umzuziehen, behielt er seine Privatwohnung weiterhin im vatikanischen GĂ€stehaus Santa Marta. Dorthin lud er tĂ€glich GĂ€ste zu einer Morgenandacht und einem gemeinsamen FrĂŒhstĂŒck ein, bevor er zu FuĂ in den Palast ging. Die dortige Papstsuite sollte fĂŒr reprĂ€sentative Zwecke genutzt werden.cite-ref-127[127]cite-ref-1-128-0[128] Eigenen Angaben zufolge wollte er wie seine Vorbilder Jesus und Franz von Assisi nicht als Hausherr gelten, sondern als einer, der nie ein eigenes Haus bewohne â als Gast. Nach seiner Wahl zum Papst erklĂ€rte Franziskus, dass er die Einsamkeit im Apostolischen Palast fĂŒrchte und lieber in Gemeinschaft lebe. AuĂerdem wolle er keine Verhaltensvorgaben der Kirchenverwaltung oktroyiert bekommen, die es im Palast gebe.cite-ref-1-128-1[128] Als Papst bezog Franziskus kein Gehalt. Seine Ausgaben wurden von der Kirche gedeckt.cite-ref-129[129]
Er trug weiterhin das Brustkreuz aus Eisen aus seiner Kardinalszeit, nicht eines aus Edelmetall. Statt der pĂ€pstlichen roten Schuhe trug er orthopĂ€dische schwarze Schuhe. Er lieĂ den von Papst Paul VI. eingefĂŒhrten, zwischenzeitlich entfernten Volksaltar am 14. MĂ€rz 2013 wieder in der Sixtinischen Kapelle aufstellencite-ref-faz-karneval-130-0[130] und feierte die Messe somit zur Gemeinde gewandt. Vor seiner AmtseinfĂŒhrung fuhr er im offenen Wagen ĂŒber den Petersplatz.cite-ref-131[131] Sein Fischerring bestand nicht aus Gold, sondern aus vergoldetem Silber.cite-ref-132[132] Vor dem Empfang der akkreditierten Vatikanbotschafter am 22. MĂ€rz 2013 feierte er mit ReinigungskrĂ€ften, GĂ€rtnern und Angestellten des Vatikans eine Messe.cite-ref-133[133] Er verzichtete mehrfach auf ein erst kurz vor seinem Amtsantritt mit kugelsicherem Panzerglas ausgestattetes Papamobil,cite-ref-134[134] benutzte einen geschenkten gebrauchten Renault 4,cite-ref-135[135] rief per Telefon Briefschreiber an, besuchte Obdachlose, nahm spontan einen Bekannten im Papamobil mitcite-ref-136[136] und umarmte minutenlang einen unheilbar an Neurofibromatose leidenden Mann.cite-ref-137[137] Im November 2014 ordnete er an, fĂŒr die Obdachlosen auf den StraĂen rund um den Petersplatz drei Duschen bauen zu lassen. AnlĂ€sslich seines 78. Geburtstags lieĂ Papst Franziskus Hunderte SchlafsĂ€cke an Obdachlose in Rom verteilen. Freiwillige Helfer, unter ihnen Mitglieder der Schweizergarde, verteilten demnach 300 mit dem Papst-Wappen bedruckte SchlafsĂ€cke in der italienischen Hauptstadt.cite-ref-138[138]
Als ErgĂ€nzung zu anderen Angeboten fĂŒr Obdachlose, die Papst Franziskus ins Leben gerufen hatte, initiierte er an Pfingsten 2020 einen Krankenwagen mit vatikanischem Autokennzeichen fĂŒr BedĂŒrftige rund um den Vatikan.cite-ref-139[139] Franziskus lud auĂerdem mehrfach HĂ€ftlinge zum Essen ins GĂ€stehaus Santa Maria ein.cite-ref-1-128-2[128]cite-ref-140[140]
Franziskus war seit seiner Bischofszeit Ehrenmitglied des argentinischen FuĂball-Erstligisten CA San Lorenzo de Almagro und seit 2014 des deutschen FuĂball-Drittligisten TSV 1860 MĂŒnchen.cite-ref-141[141] Seine literarischen Vorlieben galten Friedrich Hölderlin, Jorge Luis Borges und Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Er schĂ€tzte die Filme des italienischen Neorealismus.cite-ref-142[142] Er mochte die Oper und galt als guter Schwimmer, TangotĂ€nzer und Koch.cite-ref-143[143]
Im Dezember 2023 wurde bekannt, dass Franziskus ohne groĂe Zeremonien und auĂerhalb des Vatikans beerdigt werden wolle, und zwar wegen seiner Verehrung fĂŒr Maria in der Basilika Santa Maria Maggiore, der gröĂten der Gottesmutter gewidmeten Kirche in Rom.cite-ref-144[144]
Bischof von Rom
Direkt nach seiner Papstwahl hob Franziskus mit dem Satz âDie Diözese Rom hat nun ihren Bischofâ sein Amt als âBischof von Româ hervor, das er zugleich mit dem Papstamt bekleidet und das dieses kirchenrechtlich begrĂŒndet.cite-ref-145[145] Er unterstrich dies durch eine FĂŒrbitte in Santa Maria Maggiore in der römischen Innenstadt.cite-ref-146[146]
Am 8. April 2013 nahm er die Lateranbasilika, seinen Bischofssitz, mit dem Kreuzstab Pauls VI. in Besitz, den Benedikt XVI. seit 2008 nicht mehr verwendet hatte.cite-ref-147[147] Dabei lieĂ er sich als Nachfolger Petri begrĂŒĂen, der alle BrĂŒder in der Glaubenswahrheit stĂ€rke, in âLiebeâ allen Kirchen vorsitze und mit âsicherer Sanftheitâ alle auf den Weg der Heiligkeit fĂŒhre. Er sprach das Hochgebet in der Ortssprache Italienisch. Dies wurde als sein SelbstverstĂ€ndnis gedeutet, Macht und LehrautoritĂ€t anders als frĂŒhere PĂ€pste, aber Ă€hnlich wie Paul VI. nicht in den Vordergrund zu rĂŒcken.cite-ref-148[148] Franziskus stellt den Primat des Papstes jedoch nicht in Frage: Er verstehe sich nicht als erster Bischof unter Gleichen (primus inter pares), wolle aber mit dem Titel âBischof von Româ die Ăkumene fördern.cite-ref-149[149]
Am 23. Mai 2013 bestĂ€tigte er den von Benedikt XVI. ernannten Kardinal Agostino Vallini als Kardinalvikar der Diözese Rom.cite-ref-150[150] Am 28. September 2013 setzte er einen achtköpfigen âKardinalsratâ ein, der ihm bei der âRegierung der Weltkircheâ helfen und mit ihm ein âRevisionsprojekt fĂŒr die apostolische Konstitution Pastor Bonus ĂŒber die römische Kurieâ ausarbeiten solle.cite-ref-151[151] Der Kardinalsrat unter Leitung von Ăscar RodrĂguez Maradiaga tagte erstmals vom 1. bis 3. Oktober 2013.cite-ref-152[152] Am 31. August 2013 nahm Franziskus das RĂŒcktrittsgesuch des KardinalstaatssekretĂ€rs Tarcisio Bertone zum 16. Oktober 2013 an und ernannte den Vatikandiplomaten Pietro Parolin zu dessen Nachfolger.
Reformen im Vatikan
Am 20. April 2013 kĂŒrzte Franziskus den Jahreszuschuss fĂŒr die fĂŒnf KardinĂ€le, die das Istituto per le Opere di Religione (IOR, âVatikanbankâ) verwalten, und Sondergratifikationen fĂŒr Vatikanangestellte zum Pontifikatswechsel. Der eingesparte Betrag soll fĂŒr soziale Projekte verwendet werden.cite-ref-153[153] Er entlieĂ den wegen GeldwĂ€sche- und Korruptionsverdachts verhafteten Leiter der GĂŒterverwaltung des Apostolischen Stuhls, Nunzio Scarano, ersetzte den zurĂŒckgetretenen Chef des IOR Paolo Cipriani ĂŒbergangsweise durch Ernst von Freyberg und setzte eine Kommission ein, die die Bank bis Oktober 2013 reformieren sollte.cite-ref-154[154] Das Finanzberatungsunternehmen Promontory Financial Group wurde beauftragt, eine umfassende Untersuchung aller Kundenkontakte des IOR auf GeldwĂ€sche durchzufĂŒhren.cite-ref-155[155] Anfang August 2013 stellte der Staatsanwalt des Heiligen Stuhls wegen dieser GeldwĂ€scheaffĂ€re zum ersten Mal in der Geschichte ein Rechtshilfeersuchen an die Republik Italien.cite-ref-156[156]
Im Januar 2014 beendete Franziskus die Vergabe der pÀpstlichen Ehrentitel Apostolischer Protonotar und EhrenprÀlat Seiner Heiligkeit, die er seit seiner Wahl zum Papst ausgesetzt hatte. Zudem begrenzte er die Vergabe des Titels Ehrenkaplan Seiner Heiligkeit bzw. Monsignore auf verdiente, mindestens 65 Jahre alte Geistliche. Die bereits vergebenen Titel blieben erhalten.cite-ref-ts-157-0[157]
Am 24. Februar 2014 lieĂ Franziskus einen fĂŒnfzehnköpfigen, von einem Kardinal geleiteten âWirtschaftsratâ fĂŒr die finanziellen und administrativen AktivitĂ€ten der Kurie, des Heiligen Stuhls und der Vatikanstadt sowie ein ihm direkt unterstelltes âWirtschaftssekretariatâ zu dessen Kontrolle einrichten. Zudem kĂŒndigte er die Ernennung eines âGeneralrevisorsâ an, der die RechnungsprĂŒfung des Wirtschaftsrates durchzufĂŒhren habe.cite-ref-158[158]
Mit der Einrichtung des Dikasteriums fĂŒr die Laien, die Familie und das Leben zum 1. September 2016 sowie des Dikasteriums fĂŒr die ganzheitliche Entwicklung des Menschen zum 1. Januar 2017 löste Franziskus insgesamt sechs vorher bestehende pĂ€pstliche RĂ€te auf. Ihre Aufgabenbereiche wurden in die neuen Dikasterien eingegliedert.cite-ref-159[159]cite-ref-160[160]
Am 19. MĂ€rz 2022 veröffentlichte Franziskus die Apostolische Konstitution Praedicate Evangelium, die am Pfingstsonntag, 5. Juni 2022 in Kraft trat. Sie regelt die Struktur der Kurie, darunter die Zuschnitte der Dikasterien, Justiz- und Wirtschaftsorgane sowie der BĂŒros des Heiligens Stuhls und ersetzt die seit 1988 geltende Apostolische Konstitution Pastor Bonus. Die Dikasterien können kĂŒnftig auch von Laien beiderlei Geschlechts geleitet werden.cite-ref-161[161] Diese Ănderung fand erstmals bei der Ernennung von Raffaella Petrini zur PrĂ€sidentin des Governatorats der Vatikanstadt im Februar 2025 Anwendung. HierfĂŒr musste auch das Grundgesetz des Staates der Vatikanstadt geĂ€ndert werden, da bisher nur KardinĂ€le zu diesem Amt bestellt werden konnten.cite-ref-162[162]
Im Jahr 2023 setzte Franziskus der vier Jahrzehnte langen, ab 1981 bestandenen, konservativen FĂŒhrung des Dikasteriums fĂŒr die Glaubenslehre ein Ende, indem er den als liberal beschriebenen VĂctor FernĂĄndez zum PrĂ€fekten des Dikasteriums ernannte. Laut Franziskus habe das Dikasterium in der Vergangenheit âunmoralische Methoden verwendetâ und zu sehr âmögliche Abweichungen von der Doktrin verfolgtâ.cite-ref-va-163-0[163]cite-ref-4-164-0[164]
Im Jahr 2024 vereinfachte Franziskus Regeln und Rituale fĂŒr pĂ€pstliche Bestattungen. Beginnend mit seiner eigenen Bestattung sollen PĂ€pste nicht mehr in drei ineinanderpassenden SĂ€rgen aus Zypresse, Blei und Eiche bestattet werden, sondern in einem einzigen Holzsarg. Die Aufbahrung von PĂ€psten soll ohne Katafalk erfolgen. Das vereinfachte Ritual solle zeigen, dass das BegrĂ€bnis eines Papstes âdas eines Hirten und JĂŒngers Christi ist und nicht das eines mĂ€chtigen Mannes dieser Weltâ.cite-ref-165[165]
Kirche
Kardinal Bergoglio kritisierte in der Generalkongregation vor dem Konklave 2013 âkirchliche Selbstbezogenheitâ und âtheologischen Narzissmusâ. Die Kirche habe das Evangelium zu verkĂŒndigen; Jesus Christus selbst bewege sie dazu. Die Evangelisierung setze âapostolischen Eiferâ und âkĂŒhne Redefreiheitâ voraus, damit die Kirche âaus sich selbst herausgehtâ bis an die âGrenzen menschlicher Existenzâ: âdie des Mysteriums der SĂŒnde, des Schmerzes, der Ungerechtigkeit, der Ignoranz, der fehlenden religiösen Praxis, des Denkens und jeglichen Elendsâ. Eine egozentrische Kirche beanspruche âJesus fĂŒr ihr Eigenleben und lĂ€sst ihn nicht nach auĂen tretenâ. Eine Kirche, die glaube, dass sie schon das eigentliche Licht sei, höre auf, âdas Geheimnis des Lichtsâ zu sein, und lebe nur noch, âum die einen oder anderen zu beweihrĂ€uchernâ.cite-ref-166[166] Am 17. MĂ€rz 2013 bekrĂ€ftigte er als neuer Papst: âIch möchte eine arme Kirche fĂŒr die Armen.â Die Kirche sei aber nicht politisch, sondern im Kern spirituell.cite-ref-167[167] Die Katholiken mĂŒssten missionarisch sein, sich auch um das Wohl der Menschen kĂŒmmern und âwie ein Feldlazarett nach einer Schlachtâ zuerst die âsozialen Wundenâ heilen. Dies mĂŒsse durchgehend Vorrang vor engen sexualethischen Fragen erhalten. Die GlĂ€ubigen wollten Hirten, keine âFunktionĂ€re oder Staatsklerikerâ: Dies wurde als Kritik an der Kurie und Reformabsicht an ihr verstanden.cite-ref-rundschau-168-0[168]
Als Kardinal hatte Bergoglio 2010 den Zölibat, die pflichtgemĂ€Ăe Ehelosigkeit katholischer Priester, nicht als Glaubensartikel, sondern als untergeordnete Norm bezeichnet. Er hielt eine Erlaubnis fĂŒr regionale Ausnahmen vom Zölibat aus kulturellen GrĂŒnden fĂŒr denkbar, schloss aber eine allgemeine Aufhebung aus.cite-ref-169[169] Als Papst bekrĂ€ftigte er im Juli 2013, dass er wie sein VorgĂ€nger die Frauenordination ablehne. Er wolle aber die Rolle der Frauen in der Kirche theologisch stĂ€rken.cite-ref-r-ckflug-2013-170-0[170] Am 8. Oktober 2013 berief er eine Bischofssynode zum Thema âpastorale Herausforderungen der Familie im Rahmen der Evangelisierungâ vom 5. bis 19. Oktober 2014 ein.cite-ref-171[171]
Am 28. MĂ€rz 2014 beichtete Franziskus wie ein einfacher GlĂ€ubiger im Petersdom und nahm dann zusammen mit 60 anderen Priestern GlĂ€ubigen die Beichte ab. In einer Predigt ermutigte er die Katholiken angesichts der rĂŒcklĂ€ufigen Beichtpraxis zur regelmĂ€Ăigen Beichte und mahnte die Priester, ihre Rolle zur Heilung und Lossprechung wahrzunehmen und Hemmnisse ihnen gegenĂŒber abzubauen.cite-ref-172[172] Am 27. April 2014 erhob Franziskus auf dem Petersplatz in Rom seine VorgĂ€nger Johannes XXIII. und Johannes Paul II. zur Ehre der AltĂ€re. Er wĂŒrdigte Johannes XXIII. fĂŒr seinen Mut, das Zweite Vatikanische Konzil durchzusetzen, und Johannes Paul II. als âPapst der Familieâ. Beide hĂ€tten die âKirche entsprechend ihrer ursprĂŒnglichen Gestaltâ wiederhergestellt und aktualisiert.cite-ref-173[173]
Am 13. MĂ€rz 2015 kĂŒndigte Franziskus ein auĂerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit an, das vom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 gefeiert wurde.cite-ref-174[174]
Franziskus hat die kirchliche Mitwirkung an Hexenverfolgungen und Ketzerverbrennungen als Unrecht angeprangert.cite-ref-175[175]cite-ref-176[176] Oft seien in der Geschichte Menschen getötet und verurteilt worden, âobwohl sie unschuldig waren: verurteilt mit dem Wort Gottes gegen das Wort Gottesâ, sagte er in seiner Morgenmesse am 11. April 2016 im Vatikan. Die Beschuldigten seien verbrannt worden, weil sie sich nach Meinung der Richter nicht dem Wort Gottes anpassten. Vom 21. bis 24. Februar 2019 hatte Papst Franziskus erstmalscite-ref-kon-feb-177-0[177] alle Vorsitzenden der 114 Bischofskonferenzen weltweit und weitere rund 70 Teilnehmercite-ref-kon-feb-177-1[177] zu einer Konferenz ĂŒber den sexuellen Missbrauch in der Kirche einberufen. Zweck des Treffens war es, das gemeinsame Bewusstsein dafĂŒr zu schĂ€rfen,cite-ref-kon-feb-177-2[177] dass es sich bei sexuellem Missbrauch um ein Verbrechencite-ref-178[178] handelt. Zum Abschluss der viertĂ€gigen Konferenz sagte der Papst: âKein Missbrauch darf jemals mehr vertuscht werden, wie dies in der Vergangenheit ĂŒblich war.âcite-ref-179[179]
Siehe auch
:
Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche#Pontifikat von Papst Franziskus
Im Oktober 2021 eröffnete Franziskus eine bis 2024 stattfindende Weltbischofssynode.cite-ref-180[180]
Im Konsistorium am 27. August 2022 ernannte Franziskus nach EinschĂ€tzung von Journalisten âreformorientierteâ Bischöfe zu KardinĂ€len; bei der Auswahl der Bischöfe habe er auĂerdem Wert darauf gelegt, dass die römisch-katholische Kirche durch die Ernennungen internationaler wird. So ernannte Franziskus erstmals Bischöfe aus vergleichsweise kleinen römisch-katholischen Diözesen in Ost-Timor, Paraguay, Singapur und Korea zu KardinĂ€len, dazu den Apostolischen PrĂ€fekten von Ulaanbaatar (Mongolei). Mit der Ernennung im August 2022 hat Franziskus einen GroĂteil der papstwahlberechtigten (unter 80-jĂ€hrigen) KardinĂ€le selbst ernannt.cite-ref-181[181] Am 3. September 2022 nahm Franziskus personelle Ănderungen in der FĂŒhrung des Malteserordens vor.cite-ref-franziskus2022-182-0[182] Im November 2022 fand der turnusmĂ€Ăige Ad-limina-Besuch der etwa 70 deutschen Bischöfe und KardinĂ€le statt.cite-ref-183[183] Zuvor hatte er die Reformideen der deutschen Katholiken ablehnend kommentiert: âDeutschland hat bereits eine groĂe evangelische Kirche, ich möchte keine weitere.âcite-ref-184[184] Im November 2022 entband Franziskus die gesamte FĂŒhrungsebene von Caritas Internationalis von deren Aufgaben und setzte eine kommissarische Leitung an die Spitze der Hilfsorganisation. Als BegrĂŒndung seines Dekrets wurde angegeben, Managementnormen und -verfahren verbessern zu wollen.cite-ref-185[185]cite-ref-186[186] Franziskus hat 2022 die PersonalprĂ€latur Opus Dei herabgestuft, indem sie dem Dikasterium fĂŒr den Klerus unterstellt und die Ăberarbeitung der Statuten angeordnet wurde. Ihr Leiter erhĂ€lt kĂŒnftig keine Bischofsweihe mehr. Auch darf Opus Dei seine Arbeit in den Diözesen nicht mehr ohne die Zustimmung des dortigen Bischofs aufnehmen.cite-ref-187[187]
Staat
Franziskus bejahte eine LaizitĂ€t des Staates, sofern dieser sich nicht feindlich gegenĂŒber der ReligiositĂ€t verhalte und Religionen nicht aus dem sozialen Bereich ausschlieĂe.cite-ref-188[188] Staatliche LaizitĂ€t begĂŒnstige das friedliche Miteinander der Religionen, wenn der Staat die religiöse Dimension in der Gesellschaft achte und ihre konkreten ĂuĂerungen fördere, ohne sich mit einer bestimmten Konfession zu identifizieren.cite-ref-189[189]
Armut und soziale Gerechtigkeit
Wegen seines jahrzehntelangen Eintretens fĂŒr die Armen erwarteten Befreiungstheologen, Vertreter kirchlicher Hilfswerke und Historiker von Franziskus erhebliche Kirchenreformen, starke SolidaritĂ€t mit Randgruppen und eine scharfe Kritik am neoliberalen Wirtschaftsmodell.cite-ref-190[190] Er sei aber âkein Vertreter einer Strömung, die tiefgreifende VerĂ€nderungen der sozialen Strukturen vorantreiben möchteâ.cite-ref-191[191]
Im Juli 2013 besuchte Franziskus bei seiner ersten Fernreise und als erster Papst die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa und das dortige Aufnahmelager fĂŒr ArmutsflĂŒchtlinge aus Afrika. Er bat um Vergebung fĂŒr die im Jahresdurchschnitt 1500 bei Ăberfahrten ertrunkenen BootsflĂŒchtlinge und kritisierte die âGlobalisierung der GleichgĂŒltigkeitâ gegenĂŒber diesem Elend.cite-ref-192[192]
Beim Weltjugendtag 2013 in Rio de Janeiro rief er in einer Favela zur Ăberwindung von sozialer Ausgrenzung auf, lehnte die Legalisierung von Drogen ab und kritisierte PolizeieinsĂ€tze zur gewaltsamen Befriedung von Protesten.cite-ref-193[193] In Gottesdiensten rief er kirchliche AmtstrĂ€ger mit einem Zitat Mutter Teresas dazu auf, âChristus in den Armen zu dienenâ, Elendsviertel aufzusuchen, Jugendliche einzuladen, Christus auch an den RĂ€ndern der Gesellschaft zu folgen und eine âKultur der Begegnungâ statt der von âWegwerfmentalitĂ€tâ geprĂ€gten Kultur aufzubauen.cite-ref-194[194] Die Jugend rief er dazu auf, sich einzumischen, als christliche Antwort auf die sozialen und politischen Unruhen eine gerechte, solidarische Welt zu bauen und dazu notfalls auch in ihren Diözesen fĂŒr Unruhe zu sorgen.cite-ref-195[195]
Am 4. Oktober 2013 besuchte Franziskus Assisi. Im Bischofshaus forderte er im Beisein des Kardinalrats von der Kirche, wie Franz von Assisi einen âWeg der Armutâ zu gehen. Nicht zum Verzicht bereite GlĂ€ubige seien âZuckerbĂ€cker-Christen mit schönen Torten, aber keine wahren Christenâ. Die Kirche mĂŒsse alles Handeln unterlassen, das nicht âfĂŒr Gott und von Gottâ sei, also Angst loswerden, Tore öffnen und den Ărmsten begegnen. Er erinnerte dabei auch an den Einsatz von Bischof Giuseppe Placido Nicolini fĂŒr verfolgte Juden Assisis in der NS-Zeit. Vor 50.000 Besuchern, darunter dem italienischen MinisterprĂ€sidenten Enrico Letta, erinnerte er: Die Begegnung mit Jesus habe Franz von Assisi zur Aufgabe seines âgutsituierten Lebens ohne Sorgenâ gebracht, um radikal âChristus nachzuahmenâ. Sein Friede sei âkeine GefĂŒhlsduseleiâ und keine pantheistische Harmonie. Er bat um ein Ende aller bewaffneten Konflikte und forderte dazu auf, die Schreie der Leidenden und Sterbenden, etwa im Nahen Osten, zu hören.cite-ref-196[196]
In seinem Lehrschreiben Evangelii Gaudium (Abschnitte 53â60) entfaltete Franziskus eine Kritik der gegenwĂ€rtigen freien Marktwirtschaft: âDiese Wirtschaft tötet.â GemÀà Gottes Gebot âDu sollst nicht tötenâ mĂŒsse die Kirche dem Grenzen setzen: âNein zu einer Wirtschaft der AusschlieĂungâ, âNein zur neuen Vergötterung des Geldesâ, âNein zu einem Geld, das regiert, statt zu dienenâ, âNein zur sozialen Ungleichheit, die Gewalt hervorbringtâ. Die Kriterien der KonkurrenzfĂ€higkeit und das âGesetz des StĂ€rkerenâ hĂ€tten groĂe Bevölkerungsanteile von Arbeit und Lebensperspektiven ausgeschlossen. Der Mensch werde nur noch als Konsumgut behandelt und daher nicht bloĂ ausgebeutet und unterdrĂŒckt, sondern wie MĂŒll weggeworfen. Die âĂberlaufâ-Theorie, wonach Wirtschaftswachstum von allein mehr Gleichheit und soziale Einbindung bewirke, sei empirisch nie bestĂ€tigt worden. Die entstandene âGlobalisierung der GleichgĂŒltigkeitâ mache unfĂ€hig zum MitgefĂŒhl gegenĂŒber dem Leiden anderer und zur FĂŒrsorge. Die tiefste Ursache der gegenwĂ€rtigen Finanzkrise sei, dass die Vorherrschaft des Geldes akzeptiert und der Vorrang des Menschen geleugnet werde. Ideologien, die die absolute Autonomie der MĂ€rkte und Finanzspekulation verteidigen und jede staatliche Kontrolle ablehnten, hĂ€tten eine wachsende Kluft zwischen den Einkommen und eine neue unsichtbare Tyrannei erzeugt. Schulden, deren Zinsen, Korruption und Steuerhinterziehung hĂ€tten weltweite AusmaĂe angenommen. In diesem System sei âalles Schwache wie die Umwelt wehrlos gegenĂŒber den Interessen des vergötterten Marktes, die zur absoluten Regel werden.â Dahinter stehe die Ablehnung Gottes, weil Gott nicht von den Marktgesetzen kontrollierbar und manipulierbar sei, âda er den Menschen zu seiner vollen Verwirklichung ruft und zur UnabhĂ€ngigkeit von jeder Art von Unterjochungâ. Die ökonomisch erzeugte soziale Ungleichheit bewirke ihrerseits Gewalt, âweil das gesellschaftliche und wirtschaftliche System an der Wurzel ungerecht istâ: âDas in den ungerechten Gesellschaftsstrukturen kristallisierte Böse ist der Grund, warum man sich keine bessere Zukunft erwarten kann.âcite-ref-197[197] Diese Passagen lösten eine Debatte in einigen westlichen Gesellschaften aus.cite-ref-198[198]
Franziskus hat sich, genauso wie Johannes Paul II., offen gegen die Mafia gestellt. Bei einem Besuch in Kalabrien im MĂ€rz 2014 hat er gegen Italiens Mafiosi ein Zeichen gesetzt.cite-ref-199[199] Im Juni 2014 bekrĂ€ftigte Franziskus erneut seine diesbezĂŒgliche Haltung mit markanten Worten.cite-ref-200[200]
Im Februar 2025 kritisierte Papst Franziskus in einem Schreiben an die Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten scharf die PlĂ€ne von Massenabschiebungen, die PrĂ€sident Donald Trump zu Beginn seiner zweiten Amtszeit angekĂŒndigt hatte. Er verwies auf die Bibel, insbesondere auf den Weg des Volkes Israel von der Sklaverei zur Freiheit als auch die Flucht der heiligen Familie nach Ăgypten. Die Abschiebung von Menschen, so Franziskus, die ihre Heimat aufgrund extremer Armut, Unsicherheit, Ausbeutung, Verfolgung oder gravierenden Umweltproblemen verlassen hĂ€tten, verletze die WĂŒrde vieler MĂ€nner und Frauen sowie ganzer Familien. Das wahre Gemeinwohl werde gefördert, wenn Gesellschaft und Regierung unter strikter Achtung der Rechte aller âdie SchwĂ€chsten, Schutzlosesten und Verwundbarsten willkommen heiĂen, schĂŒtzen, fördern und integrierenâ.cite-ref-201[201]
Umwelt, Klima und Bewahrung der Schöpfung
Zum Weltumwelttag der Vereinten Nationen am 5. Juni 2013 appellierte Franziskus, der âVerschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln Einhalt zu gewĂ€hrenâ.cite-ref-202[202] Er kritisierte die allgemeine Denkweise der âWegwerfkulturâ und die Macht des Geldes â nicht der Mensch, sondern das Geld regiert. Er appellierte, der Kultur des Verschwendens und Wegwerfens entgegenzuwirken.cite-ref-203[203] In einer Rede vor brasilianischen VerantwortungstrĂ€gern aus Politik und Gesellschaft rief Franziskus im Juli 2013 zum Schutz des Amazonas auf.cite-ref-204[204]
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Hauptartikel
:
Laudato siâ
Am 18. Juni 2015 veröffentlichte der Vatikan die Enzyklika Laudato siâ,cite-ref-205[205] die sich maĂgeblich mit dem Umwelt- und Klimaschutz befasst sowie mit Problemen, die durch Ignorieren ökologischer ZusammenhĂ€nge verschĂ€rft werden wie sozialer Ungerechtigkeit oder Erschöpfung der natĂŒrlichen Ressourcen. GestĂŒtzt auf wissenschaftliche Erkenntnisse nannte er den Menschen als Hauptverursacher der globalen ErwĂ€rmung und vieler weiterer Umweltprobleme. Er forderte einen Ausstieg aus der Nutzung Fossiler EnergietrĂ€ger, insbesondere Kohle und Erdöl, und erklĂ€rte die Energiewende, d. h. den Ăbergang zu nachhaltigen Energiegewinnung in Form von erneuerbaren Energien, zu einer moralischen Notwendigkeit. Zugleich sprach er sich gegen marktbasierte Klimaschutzinstrumente wie den Emissionsrechtehandel aus, da er sie fĂŒr ungeeignet hĂ€lt, den grundlegenden Wandel zu bewirken, den die gegenwĂ€rtigen Probleme erforderten. Zudem kritisiert er die PlĂŒnderung von wertvollen Ressourcen fĂŒr wirtschaftliche TĂ€tigkeiten und kritisiert den hierdurch verursachten Verlust an BiodiversitĂ€t, wodurch Spezies und ihre Gene, die in Zukunft wertvolle Ressourcen z. B. fĂŒr medizinische Zwecke darstellen könnten, unwiederbringlich verloren gingen.cite-ref-206[206]
Im September 2017, kurz nachdem die Hurrikans Irma und Harvey groĂe VerwĂŒstungen in der Karibik und den USA verursacht hatten, kritisierte Franziskus Leugner des menschengemachten Klimawandels. Klimawandelleugner sollten âbitte zu den Wissenschaftlern gehen und sich bei ihnen informierenâ, diese wĂŒrden sich âsehr klar und prĂ€ziseâ ausdrĂŒcken. Zudem Ă€uĂerte er, man mĂŒsse schon âdummâ und âsturâ sein, um den Klimawandel zu leugnen, was als indirekte Anspielung auf den amerikanischen PrĂ€sidenten Donald Trump interpretiert wurde.cite-ref-207[207]
Im Juni 2019 hat Franziskus den globalen âKlimanotstandâ ausgerufen und erklĂ€rt, dass ein VersĂ€umnis zur Treibhausgas-Reduzierung beizutragen, âein brutaler Akt der Ungerechtigkeit gegenĂŒber den Armen und kĂŒnftigen Generationenâ wĂ€re.cite-ref-208[208]
In einem Fernsehinterview forderte Franziskus im Februar 2022 den Stopp der VermĂŒllung der Ozeane und berichtete von italienischen Fischern, die ihn auf dieses Problem hingewiesen hĂ€tten.cite-ref-209[209]
Franziskus veröffentlichte im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Dubai 2023 das Apostolische Schreiben Laudate Deum, in welchem er sich gegen die Klimawandelleugnung und fĂŒr eine wirksame BekĂ€mpfung der Klimakrise ausspricht.cite-ref-210[210] Anfang November 2023 kĂŒndigte er seine Teilnahme an der Weltklimakonferenz an â als erster Papst.cite-ref-211[211]
Schwangerschaftsabbruch und Leihmutterschaft
Franziskus war prinzipieller Gegner des Schwangerschaftsabbruches.cite-ref-212[212] Als Kardinal widersprach er 2012 öffentlich einem Urteil des obersten Gerichtshofs Argentiniens, das SchwangerschaftsabbrĂŒche nach einer Vergewaltigung straffrei gestellt hatte, und entsprechenden Anschlussregelungen in Buenos Aires.cite-ref-213[213] Er vertrat die katholische UnzulĂ€ssigkeit des Gebrauchs von Methoden der kĂŒnstlichen VerhĂŒtungsmittel. Nach einem Bericht soll er aber PrĂ€servative zur Verhinderung von epidemischen Krankheiten wie HIV ausnahmsweise erlaubt haben (wie bereits Benedikt XVI.).cite-ref-214[214]
Am 10. Oktober 2018 verglich Papst Franziskus wĂ€hrend seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz den Schwangerschaftsabbruch mit einem Auftragsmord: âEinen Menschen zu beseitigen ist wie die Inanspruchnahme eines Auftragsmörders, um ein Problem zu lösenâ, so der Papst.cite-ref-215[215] Diese Meinung wiederholte er Anfang Juli 2022 nach dem Urteil des Supreme Court.cite-ref-216[216]
Im Juni 2022 und bei einer Audienz zum neuen Jahr 2024 im Vatikan vor akkreditierten Botschaftern nannte Franziskus Leihmutterschaft unmenschlich bzw. verwerflich und forderte ein weltweites Verbot: âEin Kind ist immer ein Geschenk und niemals ein Vertragsgegenstand. Ich plĂ€diere daher dafĂŒr, dass sich die internationale Gemeinschaft fĂŒr ein weltweites Verbot dieser Praxis einsetzt.âcite-ref-217[217]
SexualitÀt
Franziskus setzte die MaĂnahmen Benedikts XVI. gegen katholische Kleriker fort, die sexuellen Missbrauch begangen haben: Wie zuvor sollten Priester unter den TĂ€tern nicht nur versetzt, sondern aus dem kirchlichen Dienst entlassen werden. Dazu wies er den PrĂ€fekten der Glaubenskongregation Gerhard Ludwig MĂŒller im April 2013 an.cite-ref-218[218] Diese Linie hatte er schon 2012 vertreten.cite-ref-219[219] Im Jahr 2014 setzte er die PĂ€pstliche Kommission fĂŒr den Schutz von MinderjĂ€hrigen ein.cite-ref-220[220]
Bergoglio war seit 2010 als strikter Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehecite-ref-phoenix-de-14-03-2013-88-1[88] und BefĂŒrworter der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaftcite-ref-221[221] bekannt. Er lehnte die Adoption von Kindern durch homosexuelle Partner als âDiskriminierungâ dieser Kinder ab.cite-ref-huffingtonpost-com-222-0[222] Im Juli 2013 erklĂ€rte er auf die Frage, wie er mit der âGay-Lobbyâ umgehen wolle: âWenn einer Gay ist und den Herrn sucht und guten Willen hat â wer bin dann ich, ihn zu verurteilen?â Nach dem Katechismus der Katholischen Kirche dĂŒrften solche Personen nie ausgegrenzt, sondern mĂŒssten in die Gesellschaft integriert werden; âsie sollen BrĂŒder seinâ. Nicht eine homosexuelle Neigung, sondern die Lobbybildung Homosexueller sei fĂŒr ihn ein ernstes Problem. Lobbys seien schlecht.cite-ref-r-ckflug-2013-170-1[170] Kenner erwarteten deshalb einen toleranteren Umgang der katholischen Kirche mit homosexuellen Priestern, aber keine Ănderung der kirchlichen Lehre, wonach praktizierte HomosexualitĂ€t SĂŒnde sei.cite-ref-223[223] Im MĂ€rz 2014 erklĂ€rte Franziskus, die Kirche mĂŒsse staatliche Regelungen im Hinblick auf homosexuelle Lebenspartnerschaften evaluieren (z. B. im Hinblick auf Krankenversicherung). Ihre Gleichstellung im Eherecht lehnte er weiterhin ab.cite-ref-224[224]
Im September 2013 erklĂ€rte Franziskus: âWir können uns nicht nur mit der Frage um den Schwangerschaftsabbruch befassen, mit homosexuellen Ehen, mit den VerhĂŒtungsmethoden. [âŠ] Die Kirche hat sich manchmal in kleine Dinge einschlieĂen lassen, in kleine Vorschriften. Diener dieser Kirche sollten aber vor allem Diener der Barmherzigkeit sein.â Damit betonte er den Vorrang sozialethischer vor sexualethischen Fragen in der Kirche.cite-ref-rundschau-168-1[168]
WĂ€hrend des RĂŒckflugs von seiner Philippinen-Reise wurde der Papst unter anderem auf das Thema Kontrazeption angesprochen. Franziskusâ Antwort auf diese Frage lautete: âEinige glauben â entschuldigt den Ausdruck â dass wir, um gute Katholiken zu sein, wie die Kaninchen sein mĂŒssen. Nein. Verantwortliche Elternschaft, die muss man suchen. Und ich kenne viele erlaubte Methoden, die dabei geholfen haben.âcite-ref-225[225]
Im Januar 2015 traf sich Franziskus in einer inoffiziellen Audienz als erster Papst mit einem Transmann, dem Spanier Diego Neria Lejårraga,cite-ref-226[226]cite-ref-227[227] und kurze Zeit spÀter auch mit einer von der Ordensschwester Jeannine Gramick geleiteten Pilgergruppe von ca. 50 amerikanischen homosexuellen Katholiken.cite-ref-228[228]cite-ref-229[229]cite-ref-230[230]
Im Juni 2016 forderte Franziskus seine Kirche auf, sich fĂŒr die Ausgrenzung und Diskriminierung Homosexueller zu entschuldigen.cite-ref-231[231] Im Oktober 2016 erklĂ€rte er, Transgeschlechtliche dĂŒrften nicht ausgegrenzt werden, sie sollten â⊠von den Gemeinden integriert, begleitet und ânĂ€her zu Gottâ gefĂŒhrt werden. ⊠Genau das wĂŒrde Jesus heutzutage tun.âcite-ref-232[232] In dem im Oktober 2020 uraufgefĂŒhrten Dokumentarfilm Francesco des Regisseurs Jewgeni Afinejewski ĂŒber Leben und Wirken des Papstes sprach sich Franziskus fĂŒr eingetragene Partnerschaften und die damit verbundene rechtliche Anerkennung und Absicherung homosexueller Paare aus: âSie sind Kinder Gottes und haben das Recht auf eine Familie. Niemand sollte wegen so etwas ausgeschlossen oder unglĂŒcklich werden.âcite-ref-233[233] Im Januar 2023 sprach sich der Papst gegen die Kriminalisierung von HomosexualitĂ€t aus; die Kirche mĂŒsse sich fĂŒr die Abschaffung von Gesetzen einsetzen, die HomosexualitĂ€t kriminalisieren. HomosexualitĂ€t sei keine Straftat. Man mĂŒsse zwischen Straftat und SĂŒnde unterscheiden. Es sei jedoch auch SĂŒnde, NĂ€chstenliebe vermissen zu lassen.cite-ref-3-234-0[234]cite-ref-235[235] Im Dezember 2023 genehmigte Franziskus einen Entscheid des Dikasteriums fĂŒr die Glaubenslehre, die Segnung unverheirateter und homosexueller Paare auĂerhalb des Gottesdienstes zu erlauben.cite-ref-236[236]cite-ref-237[237]
Ăkumene und interreligiöser Dialog
Vor Vertretern anderer Kirchen und Religionen am 19. MĂ€rz 2013 bekrĂ€ftigte Franziskus, er werde den ökumenischen und interreligiösen Dialog im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils fortsetzen. Die AnhĂ€nger aller Religionen könnten gemeinsam viel zur Bewahrung der Schöpfung, fĂŒr die Armen und den Weltfrieden tun.cite-ref-kirchenvertreter-238-0[238]
Am 22. MĂ€rz 2013 betonte Franziskus gegenĂŒber dem Diplomatischen Korps: Seine Kirche erstrebe das Wohl jedes Menschen, Hilfe fĂŒr Notleidende in jedem Winkel der Erde. Die besonders in reichen Staaten verbreitete âDiktatur des Relativismusâ (Benedikt XVI.) gefĂ€hrde das Zusammenleben. Ohne Wahrheit gebe es keinen Frieden, weil dann jeder nur sein Recht fordere, ohne sich um das gemeinsame Wohl allen Lebens zu kĂŒmmern. Er wolle durch den Dialog âBrĂŒcken zu Gott und zwischen den Menschenâ bauen, um Feindschaft und Konkurrenz durch BrĂŒderlichkeit zu ĂŒberwinden. DafĂŒr sei der Dialog zwischen den Religionen, besonders mit dem Islam und NichtglĂ€ubigen, zu verstĂ€rken.cite-ref-239[239]
Beim 2013 stattgefundenen Empfang des Erzbischofs von Canterbury Justin Welby in Rom sprach der Papst von der Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Katholiken und Anglikanern, obwohl die Schwierigkeiten im ökumenischen Dialog gröĂer geworden sind.cite-ref-240[240] Zur nach Rom angereisten Delegation des Weltkirchenrats, angefĂŒhrt von Olav Fykse Tveit, sprach Franziskus davon, dass die Trennung der Christen nicht einfach als historische Tatsache akzeptiert werden dĂŒrfe.cite-ref-241[241]
Der erste Auslandsbesuch des Patriarchen von Alexandrien und koptisch-orthodoxen Papsts Tawadros II. fĂŒhrte 2013 in den Vatikan. Die beiden KirchenoberhĂ€upter wĂŒrdigten den 40. Jahrestag der KonsenserklĂ€rung von 1973, mit der die rund 1500 Jahre wĂ€hrende gegenseitige Verurteilung von katholischen und koptischen Christen als HĂ€retiker aufgehoben wurde.cite-ref-242[242]
AnlĂ€sslich des Gedenkjahres â125 Jahre Utrechter Unionâ empfing Papst Franziskus im Oktober 2014 die Bischofskonferenz der Altkatholischen Kirche unter Vorsitz des Erzbischofs von Utrecht Joris Vercammen in einer Privataudienz.cite-ref-243[243] Der Heilige Vater hob in seiner Ansprache die Rolle der Internationalen Römisch-Katholisch â Altkatholischen Dialogkommission (IRAD) positiv hervor und rief dazu auf, dass Katholiken und Altkatholiken angesichts der spirituellen Krise in Europa vermehrt zusammenarbeiten sollten.cite-ref-244[244]
Im November 2014 besuchte Papst Franziskus den Ăkumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomeos I. anlĂ€sslich des Andreasfestes in dessen Istanbuler Amtssitz Phanar, im persönlichen GesprĂ€ch wurde die groĂe Verbundenheit von katholischer und orthodoxer Kirche betont. AusdrĂŒcklich wurde darauf hingewiesen, dass seit der 1965 erfolgten Aufhebung der gegenseitigen Exkommunikation groĂe Fortschritte in der VerstĂ€ndigung erzielt werden konnten, wenngleich einige Themen noch nicht konsensfĂ€hig sind. In den GesprĂ€chen der bilateralen Kommission gab es unter anderem ĂŒber die Frage des pĂ€pstlichen Primats unterschiedliche Ansichten.cite-ref-245[245]
Der ehemalige Vorsitzende des Lutherischen Weltbundes Christian Krause ĂŒberbrachte im November 2014 die persönliche Einladung zu den gemeinsamen Feiern des ReformationsjubilĂ€ums.cite-ref-246[246] Ende 2014 lud der Papst erstmals die Heilsarmee in den Vatikan ein.cite-ref-247[247]
Mit Papst Franziskus haben sich auch die Beziehungen zur Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) vertieft. Seit Beginn seiner Amtszeit hat sich Franziskus immer wieder mit Vertretern der WEA getroffen.cite-ref-248[248] Der derzeitige GeneralsekretÀr der WEA, Thomas Schirrmacher, gilt seit Amtsantritt des Papstes als enger Vertrauter und Freund des Papstes.cite-ref-249[249]
Am 12. Februar 2016 traf sich Franziskus auf neutralem Boden (Flughafen von Havanna) mit dem Patriarchen von Moskau, Kyrill I. Es war die erste Begegnung der OberhĂ€upter beider Kirchen seit der GrĂŒndung des Moskauer Patriarchats 1589/90 bzw. seit dem Zusammentreffen von Papst Eugen IV. mit dem Moskauer Metropoliten Isidor von Kiew auf dem Konzil von Ferrara 1438/39.cite-ref-250[250]cite-ref-251[251] Bei dem Treffen wurde eine Gemeinsame ErklĂ€rung abgegeben.cite-ref-252[252] An jedem Jahrestag des historischen Treffens fand reihum ein Gedenken statt. Jeweils stand ein besonderer Aspekt im Mittelpunkt der Reflexion. Am fĂŒnften Jahrestag war es Die Kirche und die Pandemie.cite-ref-253[253]cite-ref-254[254]
Am 9. MÀrz 2019 traf sich Franziskus mit dem PrÀsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Russell M. Nelson, im Vatikan. Dies war das erste Treffen zwischen einem PrÀsidenten der HLT-Kirche und einem Papst in der Geschichte dieser beiden Kirchen.cite-ref-255[255]
Judentum
Bergoglio pflegte als Erzbischof gute Beziehungen zur jĂŒdischen Gemeinschaft in Argentinien. Nach BombenanschlĂ€gen auf das GebĂ€ude der AsociaciĂłn Mutual Israelita Argentina (AMIA) 1994 unterzeichnete er als Erster eine Petition, die den Anschlag verurteilte und forderte, die TĂ€ter zur Verantwortung zu ziehen. 2007 nahm er an den Feiern zum jĂŒdischen Fest Rosch ha-Schana teil.cite-ref-jta-256-0[256] Er erlaubte der argentinischen Abteilung der jĂŒdischen Organisation Bânai Bârith, ihre jĂ€hrliche Gedenkfeier zur âReichskristallnachtâ 1938 und zum Holocaust in katholischen Kirchen der Erzdiözese Buenos Aires abzuhalten. Bergoglio nahm wiederholt an diesen Feiern teil und trat am 12. November 2012 in der Kathedrale von Buenos Aires als Hauptredner dabei auf.cite-ref-257[257]
Dem Internationalen JĂŒdischen Komitee fĂŒr interreligiöse Zusammenarbeit (IJCIC) sagte Franziskus am 24. Juni 2013, aufgrund der Wurzeln des Christentums im Judentum könne âkein Christ Antisemit seinâ. Er bezog sich dabei auf die vatikanische ErklĂ€rung Nostra aetate von 1965, die Christen zur BekĂ€mpfung des Antisemitismus verpflichtet. Er nannte diese einen âSchlĂŒssel fĂŒr die Beziehungen zum jĂŒdischen Volkâ. Die jĂŒdische Delegation bat, die Heiligsprechung von Pius XII. (Papst von 1939 bis 1958) bis zur fĂŒr 2014 erwarteten vollstĂ€ndigen Ăffnung der Vatikanarchive fĂŒr die NS-Zeit auszusetzen.cite-ref-258[258]
Islam
WĂŒrdentrĂ€ger des Islam in Argentinien begrĂŒĂten öffentlich Bergoglios Wahl zum Papst.cite-ref-259[259] Bei seiner AmtseinfĂŒhrung wĂŒrdigte Franziskus vor dem diplomatischen Corps am 22. MĂ€rz 2013 die vielen Vertreter der islamischen Welt.cite-ref-260[260] GroĂscheich Ahmed el-Tayeb, Vertreter der Sunna, bot ihm am 26. MĂ€rz 2013 brieflich âvolle Zusammenarbeit und Liebeâ an, âum gemeinsame Werte zu sichern und der Kultur des Hasses und der Ungleichheit ein Ende zu setzenâ.cite-ref-261[261]
Zum Ramadan 2013 sandte Franziskus den Muslimen eine GruĂbotschaft, in der er zu einer Erziehung der Jugend beider Religionen zu gegenseitigem Respekt aufrief. Unfaire Kritik und Verleumdung, LĂ€cherlichmachen und Herabsetzen seien ĂŒberall zu vermeiden; man wisse, wie schmerzhaft dies fĂŒr andere sei. So könne dauerhafte Freundschaft wachsen.cite-ref-262[262]
In Evangelii gaudium (seinem ersten apostolischen Schreiben; promulgiert am 24. November 2013) betont Franziskus, der wahre Islam und eine angemessene Interpretation des Koran stĂŒnden jeder Gewalt entgegen.cite-ref-263[263]
Am 4. Februar 2019 unterzeichneten der Papst und Ahmad al-Tayyib, der Scheich der Azhar, gemeinsam in Abu Dhabi das Dokument ĂŒber die BrĂŒderlichkeit aller Menschen fĂŒr ein friedliches Zusammenleben in der Welt.cite-ref-264[264] Im folgenden November traf man sich im Vatikan, um zu erörtern, wie die Ziele des Dokuments erreicht werden können.cite-ref-265[265] Die pĂ€pstliche Enzyklika Fratelli tutti ist von dem Dokument der BrĂŒderlichkeit inspiriert. Am 21. Dezember 2020 bestimmte eine Resolution der Vereinten Nationen den 4. Februar zum Internationalen Tag der menschlichen Geschwisterlichkeit.cite-ref-266[266]cite-ref-267[267]
Im MĂ€rz 2021 traf sich Franziskus in Nadschaf mit Ali as-Sistani, dem bedeutendsten schiitischen Geistlichen im heutigen Irak. Sistani sagte nach dem Treffen, Christen sollten in Frieden leben und hĂ€tten gleiche Rechte wie alle anderen Iraker.cite-ref-0-268-0[268] Franziskusâ Irakreise war die erste Reise eines Papstes dorthin.cite-ref-0-268-1[268]
Todesstrafe
Im Juni 2016 verurteilte Franziskus die Todesstrafe unter jeglichen UmstĂ€nden. Im Oktober 2017 setzte er sich fĂŒr die ausnahmslose Ablehnung der Todesstrafe auch im Rahmen des Katechismus ein.cite-ref-269[269] Dieser wurde am 2. August 2018 entsprechend geĂ€ndert.cite-ref-270[270]
Atomwaffen, Kernenergie und Krieg
Bei seiner Reise nach Japan im November 2019, wo er auch Hiroshima und Nagasaki besuchte, forderte er die weltweite Abschaffung von Kernwaffen, deren Besitz er fĂŒr unmoralisch erklĂ€rte. Atomwaffen und andere Massenvernichtungsmittel seien keine geeignete Antwort auf den Wunsch nach Frieden; das WettrĂŒsten bezeichnete er als Vergeudung wertvoller Ressourcen, die stattdessen fĂŒr Entwicklungsaufgaben und den Umweltschutz verwandt werden könnten.cite-ref-271[271]cite-ref-272[272] In seiner Enzyklika Laudato siâ beurteilt Franziskus die Nutzung der Kernenergie als ein riskantes Projekt, das âzutiefst die LebensqualitĂ€t [âŠ] schĂ€digenâ könne.cite-ref-273[273] Der gefĂ€hrliche AtommĂŒll trage dazu bei, dass sich die Erde âimmer mehr in eine unermessliche MĂŒlldeponieâ verwandle.cite-ref-274[274] Bei einem Treffen mit Opfern der Atomkatastrophe in Fukushima Ă€uĂerte er Sorge ĂŒber die fortdauernde Nutzung der Kernenergie.cite-ref-275[275]
Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin wurde bis 2019 bereits dreimal von Franziskus zur Audienz empfangen.cite-ref-276[276] Nach dem russischen Ăberfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 besuchte Franziskus die Russische Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom, was als âbeispielloser Schrittâ bezeichnet wurde.cite-ref-277[277] Franziskus telefonierte mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj und brachte seine âTrauerâ zum Ausdruck, wĂ€hrend der Vatikan versuche, âRaum fĂŒr Verhandlungenâ zu finden.cite-ref-278[278] âDer Heilige Stuhl ist bereit, alles zu tun, um sich in den Dienst des Friedens zu stellenâ, sagte der Papst und kĂŒndigte an, Anfang MĂ€rz zwei hochrangige KardinĂ€le, den Leiter der Apostolischen Almosenverwaltung, Konrad Krajewski, und Michael Czerny, PrĂ€fekt des Dikasteriums fĂŒr die ganzheitliche Entwicklung des Menschen mit HilfsgĂŒtern in die Ukraine zu schicken.cite-ref-279[279] Diese Mission, die mehrere Reisen umfasste,cite-ref-280[280]cite-ref-281[281] wurde als höchst ungewöhnlicher Schritt der vatikanischen Diplomatie angesehen.cite-ref-282[282] Am folgenden Hochfest MariĂ€ VerkĂŒndigung (25. MĂ€rz) weihte Franziskus Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens, um beiden LĂ€ndern einen noch engeren Beistand der Mutter Jesu zuteilwerden zu lassen.cite-ref-283[283] Widerspruch rief der Papst im Mai 2022 mit einem Interview der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera hervor, in dem er sagte, das âBellen der NATO vor den Toren Russlandsâ habe zu dem Krieg beigetragen. Er erklĂ€rte einen Monat spĂ€ter zu der Kontroverse, dass es sich bei dem umstrittenen Satz um ein Zitat gehandelt habe, er stamme von einem âweisen Staatschefâ, dessen Namen er allerdings nicht nannte.cite-ref-284[284] Im Oktober 2022 appellierte Franziskus an Russlands PrĂ€sidenten Putin, âdiese Spirale von Gewalt und Tod zu stoppen, auch zum Wohl seines Volkesâ, und verurteilte die wenige Tage zuvor erfolgte Annexion der ukrainischen Oblaste Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson durch Russland. Gleichzeitig appellierte der Papst an den ukrainischen PrĂ€sidenten Selenskyj, âfĂŒr ernsthafte FriedensvorschlĂ€ge offen zu seinâ.cite-ref-285[285]
Im November 2024 sprach sich Franziskus bezĂŒglich des Kriegs in Israel und Gaza fĂŒr eine Untersuchung der gegen Israel erhobenen VorwĂŒrfe eines Völkermords im Gazastreifen aus.cite-ref-286[286]
Kontroversen
Den Anschlag auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo im Januar 2015 verurteilte Franziskus,cite-ref-287[287] zugleich wies er Satire ĂŒber Religion in die Schranken: âViele Menschen ziehen ĂŒber Religion her, das kann passieren, hat aber Grenzenâ, sagte Franziskus. Jede Religion habe eine WĂŒrde, ĂŒber die man sich nicht lustig machen dĂŒrfe. Um die Grenzen der Meinungsfreiheit zu erlĂ€utern, nannte er als anschauliche Parallele die Beleidigung der eigenen Mutter.cite-ref-288[288] Dies wurde als Angriff auf die Meinungsfreiheit gedeutet.cite-ref-289[289] Der Chefredakteur von Charlie Hebdo, GĂ©rard Biard, stufte die ĂuĂerungen als eine EinschrĂ€nkung der Pressefreiheit und Unsinn ein.cite-ref-290[290] Alexander Kissler warf Franziskus in diesem Zusammenhang ein latentes VerstĂ€ndnis fĂŒr die AttentĂ€ter vor: âAuf jeden Fall schwingt im Witz ein gerĂŒttelt MaĂ VerstĂ€ndnis fĂŒr die vermeintlichen Motive der Mörder mit (âŠ).âcite-ref-291[291]
Frauenordination
In seinem Apostolischen Schreiben Evangelii gaudium bezeichnete er das âden MĂ€nnern vorbehaltene Priestertum als Zeichen Christi, des BrĂ€utigams, der sich in der Eucharistie hingibtâ, als âeine Frage, die nicht zur Diskussion steht.âcite-ref-292[292]
Im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Querida Amazonia erklĂ€rte er wörtlich: âJesus Christus zeigt sich als der BrĂ€utigam der Eucharistie feiernden Gemeinschaft in der Gestalt eines Mannes, der ihr vorsteht als Zeichen des einen Priesters.âcite-ref-293[293] Damit schloss er â entgegen den Erwartungen mancher Kreise â die Weihe von Frauen zu Priesterinnen weiterhin aus, nachdem dieses Thema bei der Amazonas-Synode im Vorjahr zur Diskussion gestanden hatte.cite-ref-294[294] Neben Zustimmung und Ratlosigkeit hat der Frauenausschluss vom Priesteramt in Querida Amazonia erhebliche Kritik ausgelöst.cite-ref-295[295]cite-ref-296[296] Insbesondere im Hinblick auf das zugrunde liegende Frauenbild wird ihm âpurerâ und âunertrĂ€glicher Paternalismusâ vorgeworfen, da er das âsakramentale Priestertum nur fĂŒr MĂ€nner reserviert, um Frauen vor Klerikalismus zu schĂŒtzenâ.cite-ref-297[297] Die Argumentation offenbare, wofĂŒr der Papst stĂŒnde, nĂ€mlich âfĂŒr den inneren Widerspruch einer vormodernen Kirche in einer nachmodernen Weltâ.cite-ref-298[298] Die vom Papst geĂ€uĂerte hohe WertschĂ€tzung der Frauen sei ein âvergiftetes Lobâ, das von vielen als âVerhöhnungâ empfunden werden könnte.cite-ref-299[299]
Anfang April 2020 richtete er eine neue Studienkommission ein, welche die Möglichkeit der Zulassung von Frauen zum Diakonat erneut zu prĂŒfen hat. Unter Leitung von Kardinal Giuseppe Petrocchi arbeiten zehn Mitglieder des Gremiums. FĂŒnf der Kommissionsmitglieder sind Frauen, die in der theologischen Wissenschaft tĂ€tig sind.cite-ref-300[300]
Zugang zum Lektoren- und Akolythendienst
Mit dem Motu proprio Spiritus Domini eröffnete Franziskus am 10. Januar 2021 Frauen kirchenrechtlich die dauerhafte Beauftragung zum Lektorendienst und zum Akolythendienst. Diese DienstĂ€mter (âministeriaâ) waren Frauen zuvor nur zeitlich befristet zugĂ€nglich.cite-ref-303[303]
Auslandsreisen
â
Hauptartikel
:
Auslandsreisen von Papst Franziskus
COVID-19-Pandemie
AnlĂ€sslich der weltweiten COVID-19-Pandemie erteilte Franziskus den Segen Urbi et orbi in der jĂŒngeren Geschichte erstmals wieder auĂerplanmĂ€Ăig am 27. MĂ€rz 2020, dem Freitag der 4. Fastenwoche. Als zweiter Papst in der zweitausendjĂ€hrigen Geschichte der katholischen Kirche nach Johannes Paul II., der aufgrund eines Luftröhrenschnittes ab MĂ€rz 2005 nicht mehr sprechen konnte, spendete er dabei den Segen ohne Segensformel. Als erster Papst der Kirchengeschichte erteilte er dabei den eucharistischen Segen mit dem Allerheiligsten in der Monstranz statt des ĂŒblichen Handsegens vor einem aus GrĂŒnden des Infektionsschutzes erstmals menschenleeren Petersplatz nach einer Andacht mit Aussetzung. Zu diesem Anlass waren auch das Pestkreuz aus der Kirche San Marcello und die Marienikone Salus populi Romani aus der Kirche Santa Maria Maggiore in den Vatikan gebracht worden.cite-ref-304[304]cite-ref-305[305]
Im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie rief Franziskus auĂerdem seit Anfang 2021 mehrfach auf, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, und bezeichnete die Impfung als âmoralische Verpflichtungâ.cite-ref-306[306]cite-ref-307[307] Im September 2021 kritisierte Franziskus Impfverweigerer im Kardinalskollegium, nachdem der zu diesem Zeitpunkt nicht geimpfte Kardinal Raymond Leo Burke mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus behandelt werden musste.cite-ref-308[308]
Im MĂ€rz 2022 entband Franziskus den puerto-ricanischen Bischof Daniel FernĂĄndez Torres von seinen Aufgaben; er hatte sich zuvor gegen COVID-19-Impfpflichten ausgesprochen.cite-ref-309[309]cite-ref-310[310]
G7-Gipfel in Fasano 2024
Franziskus nahm auf Einladung von Italiens MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni am 14. Juni 2024 am G7-Gipfel in Fasano 2024 teil.cite-ref-311[311] Franziskus war der erste Papst, der an dem wichtigen Politik-Gipfel teilnahm. Er hielt dabei eine Rede zu KĂŒnstlicher Intelligenz und autonomen Waffen und fĂŒhrte bilaterale GesprĂ€che, unter anderem mit dem PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten, Joe Biden, und dem PrĂ€sidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, sowie dem französischen StaatsprĂ€sidenten Emmanuel Macron. Weitere GesprĂ€che fĂŒhrte er mit Kanadas Premierminister Justin Trudeau und Kristalina Georgiewa, der PrĂ€sidentin des Internationalen WĂ€hrungsfonds IWF, mit dem PrĂ€sidenten Kenias, William Ruto, mit Indiens PrĂ€sident Narendra Modi, dem brasilianischen PrĂ€sidenten Lula da Silva, dem tĂŒrkischen PrĂ€sidenten Recep Tayyip ErdoÄan sowie dem PrĂ€sidenten Algeriens, Abdelmadjid Tebboune.cite-ref-312[312]
Gesundheit
Im Alter von 21 Jahren musste Jorge Mario Bergoglio nach einer schweren LungenentzĂŒndung der rechte LungenflĂŒgel teilweise entfernt werden.cite-ref-313[313] Mit seinem Amtsantritt als Papst unterschrieb Franziskus im Jahr 2013 ein RĂŒcktrittsschreiben fĂŒr den Fall, dass er das Amt wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr ausfĂŒhren könne.cite-ref-2-314-0[314]
Anfang Juli 2021 wurde Franziskus wegen einer Divertikulitis am Dickdarm operiert;cite-ref-315[315] nach eigenen Angaben spĂŒrte er noch Ende 2022 Nachwirkungen der Narkose.cite-ref-2-314-1[314] Eine chronische Arthritis hatte Franziskus spĂ€testens ab dem Jahr 2022. Deswegen und wegen einer BĂ€nderverletzung im rechten Knie war er ab demselben Jahr auf einen Rollstuhl angewiesen.cite-ref-2-314-2[314]cite-ref-316[316] Franziskus erklĂ€rte im Juli 2022, er werde wegen seiner gesundheitlichen Beschwerden weniger reisen, weil er seine âKrĂ€fte ein wenig aufsparenâ mĂŒsse. Andernfalls mĂŒsse er âĂŒber die Möglichkeit nachdenken, beiseite zu tretenâ.cite-ref-2-314-3[314] Im Juni 2023 kam er erneut ins Krankenhaus, um aufgrund einer Laparozele am Darm notoperiert zu werden.cite-ref-317[317]
Mitte Februar 2025 musste Papst Franziskus abermals ins Krankenhaus eingeliefert werden.cite-ref-318[318] ZunĂ€chst gab der Vatikan eine Bronchitis mit leichtem Fieber als Grund fĂŒr den Krankenhausaufenthalt an; spĂ€ter wurde bekannt, dass der Zustand des Papstes deutlich ernster war als ursprĂŒnglich angenommen.cite-ref-319[319] Am 18. Februar 2025 wurde bekannt gegeben, dass es sich bei der Erkrankung um eine beidseitige LungenentzĂŒndung gehandelt hatte.cite-ref-320[320] Am Abend des 23. Februar 2025 wurde ĂŒber eine beginnende Niereninsuffizienz berichtet.cite-ref-321[321] Anfang MĂ€rz 2025 berichtete der Vatikan, dass der Papst zwei AnfĂ€lle mit akuter Atemnot hatte und mechanisch beatmet werden musste. Mitte MĂ€rz wurde die mechanische Beatmung beendet, weil sich der Papst laut Vatikan auf dem Weg der Besserung befand.cite-ref-322[322] Am 23. MĂ€rz 2025 wurde Franziskus aus der Klinik entlassen.cite-ref-323[323]
Tod und BegrÀbnisfeier
Am 20. April 2025, dem Ostersonntag, hatte er noch den US-VizeprĂ€sidenten JD Vance empfangen und den feierlichen Segen Urbi et orbi von der Benediktionsloggia des Petersdoms aus erteilt. Die Osterbotschaft des Papstescite-ref-franziskus-osterbotschaft-2025-vatikan-324-0[324] war stellvertretend von dem Zeremonienmeister Diego Giovanni Ravelli verlesen worden.cite-ref-325[325] Nach der Erteilung des Ostersegens fragte Franziskus seinen persönlichen Gesundheits-Assistenten Massimiliano Strappetti, ob dieser denke, dass er eine mögliche Fahrt ĂŒber den Petersplatz schaffen wĂŒrde. Strappetti beruhigte ihn, und so kam es zu einem letzten âBad in der Mengeâ.cite-ref-franziskus-tod-vn-326-0[326]
Am 21. April 2025, dem Ostermontag, traten bei Papst Franziskus am frĂŒhen Morgen Anzeichen einer gesundheitlichen Krise auf. Mehr als eine Stunde spĂ€ter fiel er ins Koma und starb im Alter von 88 Jahren in seiner Wohnung im GĂ€stehaus der Vatikanstadt Domus Sanctae Marthae.cite-ref-franziskus-tod-vn-326-1[326] Der Vatikan nannte als Todesursache einen Schlaganfall, dem das Koma folgte und der einen irreversiblen Herz-Kreislauf-Zusammenbruch zur Folge hatte.cite-ref-5-327-0[327] Franziskus habe zum Zeitpunkt seines Todes nach dem Direktor der Direktion fĂŒr Gesundheit und Hygiene des Staates Vatikanstadt, Andrea Arcangeli, zudem unter Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und einer multiplen Bronchiektasie nach einer frĂŒheren Episode von akutem Atemversagen im Zusammenhang mit einer bilateralen multimikrobiellen LungenentzĂŒndung gelitten.cite-ref-franziskus-totenschein-vatikan-328-0[328]
Nach der öffentlichen Aufbahrung des Leichnams des Papstes vom 23. bis 25. April 2025cite-ref-329[329]cite-ref-tagesschau-330-0[330] fanden die Exequien nach dem zur Zeit seines Pontifikats geĂ€nderten Ritus am Samstag, den 26. April 2025, statt.cite-ref-331[331]cite-ref-332[332] Entsprechend seinem Testament vom Juni 2022cite-ref-franziskus-testament-vatikan-333-0[333] wurde Papst Franziskus in einem schlichten Erdgrab mit der einzigen Inschrift âFranciscusâ im SeitenflĂŒgel der Basilika Santa Maria Maggiore zu Rom beigesetzt.cite-ref-334[334]
â
Hauptartikel
:
BegrĂ€bnisfeier fĂŒr Papst Franziskus
Rezeption
Kritik, VorwĂŒrfe und RĂŒcktrittsforderung
Von Konservativen wurde Franziskus in vielen theologischen Fragen kritisiert, insbesondere in Bezug auf das, was jene Konservativen in seinen Vorschlag in einer FuĂnote von Amoris Laetitia hineininterpretieren: dass geschiedene und wiederverheiratete Katholiken zum Empfang der Eucharistie zugelassen werden könnten.cite-ref-336[336] Der britische Vatikan-Journalist Christopher Lamb schreibt 2020 von mehr als 100 öffentlichen Versuchen, âFranziskus zu unterminieren â einen AuĂenseiter, der vor seiner Wahl nie in Rom gelebt oder gearbeitet hatte und der sein Wirken den AuĂenseitern und von der Gesellschaft abgeschriebenen und vergessenen Menschen gewidmet hatâ. Er benannte zwei Gruppen von Gegnern des Papstes:
âą katholische Traditionalisten oder Ultra-Konservative, die den Papst wegen angeblicher âBrĂŒcheâ mit der Kirchenlehre ablehnen, ihm vorwerfen, nicht effektiv genug gegen gleichgeschlechtliche Ehe, Abtreibung und EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung einzutreten, und den âunpĂ€pstlichenâ Stil seiner AmtsfĂŒhrung kritisieren;
âą populistische und nationalistische Politiker (Lamb nennt den Italiener Matteo Salvini, den amerikanischen PrĂ€sidenten Donald Trump und den brasilianischen PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro), die keinen Papst mögen, âder immer wieder mahnt, Migranten willkommen zu heiĂen und die Umwelt zu schĂŒtzenâ; der ehemalige Stratege PrĂ€sident Trumps, Steve Bannon, habe Franziskus 2016 als âFeindâ bezeichnet.cite-ref-337[337]
Als einer der lautstĂ€rksten und militantesten Kritiker und Gegner von Papst Franziskus galt der emeritierte italienische Kurienbischof Carlo Maria ViganĂČ.cite-ref-338[338] Im Zusammenhang mit dem wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Kardinalsstand zurĂŒckgetretenen Washingtoner Alterzbischof Theodore McCarrick und dem Vertuschungsskandal um seine Vergehen wurde am Abend des 25. August 2018 in den USA ein elfseitiges Schreiben von Erzbischof ViganĂČ veröffentlicht, in dem er behauptet, dass Papst Benedikt XVI. strenge kanonische Sanktionen gegen McCarrick verhĂ€ngt und ihm ein Leben in Gebet und BuĂe auferlegt habe, und dessen Nachfolger Papst Franziskus beschuldigt, diese 2013 wieder aufgehoben und McCarrick zu einem seiner Berater gemacht zu haben, obwohl er von ihm selbst ĂŒber die Vergehen McCarricks informiert worden sei. ViganĂČ war zwischen 2011 und 2016 Apostolischer Nuntius in den USA. Er forderte in seinem Schreiben Papst Franziskus und mehrere KardinĂ€le zum Amtsverzicht auf. Dies wird von Kirchenhistorikern als Versuch ViganĂČs und anderer bewertet, den Papst zu stĂŒrzen.cite-ref-339[339]
Am 7. Oktober 2018 ĂŒbte Kurienkardinal Marc Ouellet scharfe Kritik an ViganĂČs Behauptungen.cite-ref-340[340] In seiner Replik an Ouellet kritisierte ViganĂČ den Papst erneut und bezeichnete HomosexualitĂ€t im Klerus als âansteckende Plageâ. Missbrauchsopfer zu beklagen, aber nicht âHomosexualitĂ€t als die Hauptursache zahllosen sexuellen Missbrauchsâ zu benennen, sei âHeucheleiâ.cite-ref-341[341] 2020 warf er dem Papst Abfall vom Glauben vor, nachdem dieser fĂŒr die zivilrechtliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften eingetreten war. Dessen ĂuĂerungen seien âheterodoxâ.cite-ref-342[342] 2023 veröffentlichte der italienisch-argentinische Priester Fernando Maria Cornet ein Buch mit dem Titel Habemus antipapam? (âHaben wir einen Gegenpapst?â), in dem er die Wirksamkeit des RĂŒcktritts von Papst Benedikt XVI. 2013 und damit die LegitimitĂ€t von Papst Franziskus in Frage stellte. Cornet wurde deshalb von Papst Franziskus aus dem Klerikerstand entlassen, da diese Aussage als schismatisch zu werten sei.cite-ref-343[343] Mit HĂ€resievorwĂŒrfen wie die ehemaligen Bischöfe ViganĂČ und Joseph Strickland begrĂŒndeten im Dezember 2024 Papstkritiker aus den USA, die der Bewegung âBruderschaft Unserer Lieben Frau von Fatimaâ angehören, ihren Aufruf zum Gebet fĂŒr die âUmkehr von Papst Franziskus und die Wiederherstellung der katholischen Kircheâ; Franziskus solle âzum wahren Glauben zurĂŒckkehrenâ und seine âzweifelhaften oder hĂ€retischen ĂuĂerungenâ und Bischofsernennungen zurĂŒcknehmen. Unter anderem die ultrakonservative Website LifeSiteNews schloss sich dem Aufruf an und verbreitete ihn.cite-ref-344[344]
Rezeption in der Kunst
âą In dem Oratorium Laudato siâ von Helmut Schlegel OFM (Libretto) und Peter Reulein (Musik) tritt die Figur des Papstes Franziskus neben Maria, Franz von Assisi und Klara von Assisi auf. In dem Oratorium schlĂ€gt Papst Franziskus eine BrĂŒcke von der Kreuzigungsszene auf dem Berg Golgatha zum Leid der Gegenwart. Er betont das weibliche Talent und die Bedeutung des Charismas der Frauen fĂŒr Kirche und Gesellschaft. Verwendet wurden dabei Texte der Enzykliken Laudato siâ und Evangelii gaudium. Das Motto des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle.cite-ref-ls-musik-rkm-02-2016-345-0[345]cite-ref-ls-text-rkm-02-2016-346-0[346] Das Oratorium wurde am 6. November 2016 im Hohen Dom zu Limburg uraufgefĂŒhrt.cite-ref-bl-ref-km-25102016-347-0[347]
Veröffentlichungen
BĂŒcher (Auswahl)
âą Meditaciones para religiosos. Diego de Torres, Buenos Aires 1982, ISBN 950-02-1000-2.
âą Reflexiones espirituales sobre la vida apostĂłlica. Diego de Torres, Buenos Aires 1987, ISBN 950-9210-07-2.
âą Reflexiones en esperanza. Ediciones Universidad del Salvador, Buenos Aires 1992.
âą Als Herausgeber: DiĂĄlogos entre Juan Pablo II y Fidel Castro. Dir. y coor. por J. M. B. Editorial de Ciencia y Cultura, Buenos Aires 1998, ISBN 987-507-074-2 (spanisch; Ăbersetzung des Titels: âDialoge zwischen Johannes Paul II. und Fidel Castroâ).
âą Educar. Exigencia y pasiĂłn. DesafĂos para educadores cristianos. Editorial Claretiana, Buenos Aires 2003, ISBN 950-512-457-0.
âą Ponerse la patria al hombro. Memoria y camino de esperanza. Editorial Claretiana, Buenos Aires 2004, ISBN 950-512-511-9.
âą La naciĂłn por construir. UtopĂa, pensamiento y compromiso. VIII Jornada de Pastoral Social. Editorial Claretiana, Buenos Aires 2005, ISBN 950-512-546-1.
âą CorrupciĂłn y Pecado. Algunas reflexiones en torno al tema de la corrupciĂłn. Editorial Claretiana, Buenos Aires 2006, ISBN 950-512-572-0.
âą El verdadero poder es el servicio. Editorial Claretiana, Buenos Aires 2007, ISBN 978-950-512-628-6.
⹠GesprÀche mit Sergio Rubin und Francesca Ambrogetti: El Jesuita. Javier Bergera Editor, Buenos Aires, Argentinien 2010, ISBN 978-950-15-2450-5.
⹠deutsch: Papst Franziskus. Mein Leben, mein Weg. Die GesprÀche mit Jorge Mario Bergoglio. Herder, Freiburg im Breisgau 2013, ISBN 978-3-451-32708-7.
âą mit Abraham Skorka: Sobre el Cielo y la Tierra. Editorial Sudamericana, Buenos Aires 2010, ISBN 978-950-07-3293-2 (Textauszug online).
âą Deutsche Ausgabe: Ăber Himmel und Erde. Jorge Bergoglio im GesprĂ€ch mit dem Rabbiner Abraham Skorka. Riemann, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-570-50161-0.
âą Nosotros como ciudadanos, nosotros como pueblo. Hacia un bicentenario en justicia y solidaridad 2010â2016. Editorial Claretiana, Buenos Aires 2011, ISBN 978-950-512-744-3.
âą Mente abierta, corazĂłn creyente. Editorial Claretiana, Buenos Aires 2012, ISBN 978-950-512-778-8.
⹠Deutsche Ausgabe: Offener Geist und glÀubiges Herz. Herder, Freiburg im Breisgau [u. a.] 2013, ISBN 978-3-451-32709-4.
âą Leben â meine Geschichte in der Geschichte. HarperCollins, Hamburg 2024, ISBN 978-3-365-00763-1.
âą Hoffe: Die Autobiografie. Kösel, MĂŒnchen 2025, ISBN 978-3-466-37353-6 (italienisch: Spera. Lâautobiografia. 2025. Ăbersetzt von Elisabeth Liebl).
Enzykliken
âą Lumen fidei (âLicht des Glaubensâ, vom 29. Juni 2013.) Die erste Enzyklika von Papst Franziskus beruht auf einem Entwurf von Benedikt XVI. Mit ihr wurde erstmals eine Enzyklika ĂŒber den Glauben als Ganzes publiziert. Mit dieser Enzyklika bekrĂ€ftigt der Papst zugleich seine persönliche Glaubenstreue.
âą Laudato siâ (âGelobt seist duâ, 18. Juni 2015).
⹠Dt. Ausgabe: Laudato si: die Umwelt-Enzyklika des Papstes. VollstÀndige Ausgabe. Herder, Freiburg i.Br. 2015. ISBN 3-451-35000-9.
âą Fratelli tutti (Ăber die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft, 3. Oktober 2020, Papst Franziskus).cite-ref-348[348]
âą Dilexit nos (âEr hat uns geliebtâ, 24. Oktober 2024, Papst Franziskus)
Apostolische Schreiben
âą Evangelii gaudium (âFreude der Guten Nachrichtâ, 24. November 2013)
âą Fidelis dispensator et prudens âĂber die Einrichtung einer neuen Koordinierungsstelle fĂŒr die wirtschaftlichen und administrativen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls und des Staates der Vatikanstadtâ, 24. Februar 2014
âą Apostolisches Schreiben zum Jahr des geweihten Lebens, 21. November 2014
âą Mitis Iudex Dominus Jesus âĂber die Reform des kanonischen Verfahrens fĂŒr EhenichtigkeitserklĂ€rungen im Kodex des kanonischen Rechtsâ, 11. September 2015
⹠Amoris laetitia Nachsynodales Apostolisches Schreiben zur Bischofssynode (Oktober 2014 und Oktober 2015), 19. MÀrz 2016 (veröffentlicht am 8. April 2016)
⹠Wie eine liebende Mutter Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio, 4. Juni 2016, Verfahrensweise zur Amtsenthebung von Bischöfen in Verbindung mit sexuellen MissbrÀuchen
âą Maiorem hac dilectionem Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio ĂŒber ErgĂ€nzungen zur Selig- und Heiligsprechung, 11. Juli 2017
âą Imparare a congedarsi Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio, welches die altersbedingte RĂŒcktrittsprozedur von Dikasterienleitern und hohen PrĂ€laten an der Römischen Kurie regelt, 12. Februar 2018.
âą Gaudete et exsultate Apostolisches Schreiben Ăber den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute 19. MĂ€rz 2018 (veröffentlicht am 9. April 2018)
âą Aperuit illis Apostolisches Schreiben Zur EinfĂŒhrung des Sonntags des Wortes Gottes, 30. September 2019
âą Admirabile signum Apostolisches Schreiben Ăber die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe, 1. Dezember 2019
⹠Querida Amazonia Nachsynodales Apostolisches Schreiben zur Sonderversammlung der Bischöfe Amazoniens: An das Volk Gottes und an alle Menschen guten Willens. Unterschrieben am 2. Februar 2020, veröffentlicht am 12. Februar 2020
⹠Patris corde Apostolisches Schreiben AnlÀsslich des 150. Jahrestages der Erhebung des heiligen Josef zum Schutzpatron der ganzen Kirche, 8. Dezember 2020
âą Antiquum ministerium Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio zur EinfĂŒhrung des Dienstes des Katecheten, 10. Mai 2021
âą Traditionis custodes (âHĂŒter der Traditionâ, 16. Juli 2021): Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio ĂŒber den Gebrauch der römischen Liturgie in der Form vor der Reform von 1970
âą Praedicate Evangelium (âVerkĂŒndet das Evangeliumâ, 19. MĂ€rz 2022): Apostolische Konstitution zur Neuregelung der Römischen Kurie
âą Desiderio Desideravi (âMit Sehnsucht habe ich verlangtâ, 29. Juni 2022): Apostolisches Schreiben ĂŒber die liturgische Bildung des Volkes Gottes
âą Wer im Kleinen treu ist (6. Dezember 2022): Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio ĂŒber die instrumentellen juristischen Personen der Römischen Kurie
âą Totum amoris est (âAlles gehört der Liebeâ, 28. Dezember 2022): Apostolisches Schreiben anlĂ€sslich des 400. Todestages des heiligen Franz von Sales
âą In Ecclesiarum Communione (âIn der Gemeinschaft der Kirchenâ, 6. Januar 2023): Apostolische Konstitution ĂŒber die Ordnung des Vikariats Rom
âą Vos estis lux mundi (âIhr seid das Licht der Weltâ, 25. MĂ€rz 2023): Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio zur BekĂ€mpfung des sexuellen Missbrauchs in der Römisch-katholischen Kirche, Aktualisierung des gleichnamigen Schreibens von 2019
âą Laudate Deum (âLobet den Herrnâ, 4. Oktober 2023): Apostolisches Schreiben an alle Menschen guten Willens zu zĂŒgigen und umfassenden MaĂnahmen gegen die Klimakrise
âą Câest la confiance (âDas Vertrauenâ, 15. Oktober 2023): Apostolisches Schreiben ĂŒber das Vertrauen auf die barmherzige Liebe Gottes anlĂ€sslich des 150. Jahrestages der Geburt der heiligen Theresia vom Kinde Jesu
âą Ad theologiam promovendam (âUm die Theologie zu fördernâ, 1. November 2023): Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio zur BestĂ€tigung neuer Statuten der PĂ€pstlichen Akademie fĂŒr Theologie
âą Fide incensus (âVom Glauben entflammtâ, 18. Mai 2024): Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio zur Aufnahme Guidos von Montpellier in das Verzeichnis der Seligen
âą Fratello sole (âBruder Sonneâ, 21. Juni 2024, veröffentlicht am 26. Juni 2024): Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio zur Anordnung und rechtlichen Vollmacht fĂŒr den Ausbau der Solarenergieanlagen in Santa Maria di Galeria mit dem Ziel, neben der Energieversorgung von Radio Vatikan den gesamten Vatikan mit Sonnenenergie zu versorgen.
PĂ€pstliche Bullen
âą Misericordiae vultus, VerkĂŒndigungsbulle des AuĂerordentlichen JubilĂ€ums der Barmherzigkeit vom 11. April 2015.
Testament
âą Franziskus: Geistliches Testament von Papst Franziskus. In: vatican.va. Der Heilige Stuhl, 29. Juni 2022, abgerufen am 25. April 2025 (Wortlaut des Testaments in Englisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch).
Interviews (Auswahl)
âą Antonio Spadaro SJ (Stimmen der Zeit, August 2013): Teil I, Teil II.
âą Eugenio Scalfari (La Repubblica, 24. September 2013): Il Papa a Scalfari: cosĂŹ cambierĂČ la Chiesa "Giovani senza lavoro, uno dei mali del mondo (italienisch). Deutsche Zusammenfassung
Filme
âą 2018: Papst Franziskus â Ein Mann seines Wortes (Pope Francis: A Man of His Word, Dokumentarfilm, Regie: Wim Wenders)
âą 2019: Die zwei PĂ€pste (The Two Popes, Spielfilm inszeniert von Fernando Meirelles, Franziskus wird von Jonathan Pryce dargestellt)
Zueignungen und Auszeichnungen
⹠Am 6. November 2014 wurde Papst Franziskus bei einer Audienz im Vatikan mit Vertretern des evangelikalen Dachverbandes vom GeneralsekretÀr der Weltweiten Evangelischen Allianz, Geoff Tunnicliffe (New York), der Shahbaz-Bhatti-Freiheitspreis verliehen.
âą Der Komponist Ludger StĂŒhlmeyer widmete Papst Franziskus seine Komposition Klangrede â Sonnengesang des Franziskus, fĂŒr Chor (SATB), Violine und Orgel (Suae Sanctitati Papae Francisci de toto corde dedicat). Die UrauffĂŒhrung sang der Kammerchor Capella Mariana am 4. Oktober 2015 im Rahmen der Tage neuer Kirchenmusik in Bayern.cite-ref-349[349]cite-ref-350[350]cite-ref-351[351]
âą Papst Franziskus erhielt am 6. Mai 2016 den Aachener Karlspreis âwegen seiner herausragenden Botschaften und Zeichen, die sein Pontifikat fĂŒr Frieden und VerstĂ€ndigung, fĂŒr Barmherzigkeit und Toleranz, SolidaritĂ€t und Bewahrung der Schöpfung setztâ. Der Preis wurde nicht wie ĂŒblich in Aachen, sondern in Rom verliehen.cite-ref-352[352]
âą AnlĂ€sslich des ReformationsjubilĂ€um reiste im April 2017 eine BlĂ€serdelegation der Nordkirche unter Leitung von Landesposaunenwart Martin Huss nach Rom. Im Rahmen der Generalaudienz am 5. April 2017 wurde Papst Franziskus die Komposition Salutatio ad papam ĂŒberreicht.cite-ref-353[353]cite-ref-354[354] Diese Komposition von Claudia Huss wurde auf dem Petersplatz vor 20.000 Zuhörern als sogenannter Papst-Tusch welturaufgefĂŒhrt und von Radio Vatikan live ĂŒbertragen.cite-ref-355[355]cite-ref-356[356]
âą Am 11. Januar 2025 gab das WeiĂe Haus bekannt, dass Papst Franziskus die Presidential Medal of Freedom with Distinction fĂŒr seine Mission, den Armen zu dienen, verliehen wurde.cite-ref-358[358]
âą AnlĂ€sslich 800 Jahre Sonnengesang des Hl. Franz von Assisi und 10 Jahre Enzyklika Laudato sĂ von Papst Franziskus wurde am 4./5. Juli 2025 in Schönberg und Passau der Cantico delle Creature â in memoriam Papst Franziskus von Philipp Ortmeier fĂŒr Flöte, Harfe und gemischten Chor uraufgefĂŒhrt. AusfĂŒhrende waren Elisabeth Thoma (Flöte), Lea Maria Löffler (Harfe) und das Vokalensemble der UniversitĂ€t Passau unter Leitung von Marius Schwemmer.cite-ref-359[359]
Literatur
âą Horacio Verbitsky: El silencio. De Paulo VI a Bergoglio. Las relaciones secretas de la Iglesia con la ESMA (âDas Schweigen. Von Paul VI. bis Bergoglio. Die geheimen Beziehungen der Kirche mit der ESMAâ). Sudamericana, Buenos Aires 2005, ISBN 950-07-2035-3 (spanisch).
âą Sergio Rubin, Francesca Ambrogetti: Papst Franziskus. Mein Leben â mein Weg. El Jesuita. Die GesprĂ€che mit Jorge Mario Bergoglio. Herder, Freiburg im Breisgau 2013, ISBN 978-3-451-32708-7.
âą Mario Galgano: Franziskus. Der Papst vom anderen Ende der Welt. Ein Portrait. Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg 2013, ISBN 978-3-86744-245-9.
âą Simon Biallowons: Franziskus, der neue Papst. Kösel, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-466-37092-4.
âą Heiko Haupt: Franziskus. Der Papst der Armen. Riva, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-86883-327-0.
âą Thomas J. Craughwell (Hrsg.): Pope Francis. The Pope from the End of the Earth. Saint Benedict Press, 2013, ISBN 978-1-61890-136-1.
âą Anna De Simone: Papst Franziskus. Ăbersetzt von Angela Renis. Brindin Press, UK, 2013, ISBN 978-1-4909-7871-0.
âą Miguel Hirsch: Jorge. Begegnungen mit einem, der nicht Papst werden wollte. Herder, Freiburg im Breisgau 2014, ISBN 978-3-451-33456-6.
⹠Hans Waldenfels: Sein Name ist Franziskus. Der Papst der Armen. Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-76639-7.
⹠Nello Scavo: Bergoglios Liste. Papst Franziskus und die argentinische MilitÀrdiktatur. Eine Geschichte von verschwundenen Menschen und geretteten Leben. Herder, Freiburg im Breisgau 2014, ISBN 978-3-451-34046-8.
âą Margit Eckholt: Ein Papst des Volkes. Die lateinamerikanische PrĂ€gung von Papst Franziskus. In: Theologisch-praktische Quartalschrift ThPQ. Jahrgang 163. Pustet, Regensburg 2015, S. 4â19, ISSN 0040-5663.
âą Stefan Kiechle: Grenzen ĂŒberschreiten. Papst Franziskus und seine jesuitischen Wurzeln. Echter, WĂŒrzburg 2015, ISBN 978-3-429-03857-1.
âą Erika Rosenberg: Als ich mit dem Papst U-Bahn fuhr. Jose Bergoglio aus Buenos Aires. Herbig, MĂŒnchen 2015, ISBN 978-3-7766-2753-4.
âą Jörg Ernesti, Martin Lintner, Markus Moling (Hrsg.): Papst Franziskus: Herausforderung fĂŒr Theologie und Kirche. Tyrolia, Innsbruck 2016, ISBN 978-3-7022-3503-1.
âą Andrea Tornielli: Der Name Gottes ist Barmherzigkeit. Kösel, 3. Auflage MĂŒnchen 2016, ISBN 978-3-466-37173-0.
âą Norbert Mette: Nicht gleichgĂŒltig bleiben! Die soziale Botschaft von Papst Franziskus. 2. Aufl., Matthias-GrĂŒnewald-Verlag, Ostfildern 2018, ISBN 978-3-7867-4035-3.
âą JĂŒrgen Erbacher: Weiter denken. Franziskus als Papst und Politiker. Patmos Verlag, Ostfildern 2018, ISBN 978-3-8436-1038-4.
âą Paul M. Zulehner, TomĂĄĆĄ Halik (Hrsg.): Pro Pope Francis. Weltweite UnterstĂŒtzung fĂŒr den Papst aus dem Kirchenvolk. Patmos Verlag, Ostfildern 2018, ISBN 978-3-8436-1115-2.
âą Austen Ivereigh: Wounded shepherd. Pope Francis and his struggle to convert the Catholic Church. Henry Holt and Co., New York 2019, ISBN 978-1-250-11938-4.
âą Andreas Englisch: Der Pakt gegen den Papst. Franziskus und seine Feinde im Vatikan. C. Bertelsmann, MĂŒnchen 2020, ISBN 978-3-570-10368-5.
âą Massimo Borghesi: Papst Franziskus: Sein Denken, seine Theologie. Ăbersetzt von Elisabeth-Marie Richter. wbg academic, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-534-27163-4.
âą Stefanie A. Wahl, Stefan Silber, Thomas Nauerth (Hrsg.): Papst Franziskus: Mensch des Friedens. Zum friedenstheologischen Profil des aktuellen Pontifikats. Herder, Freiburg 2022, ISBN 978-3-451-39383-9.
âą Marco Politi: Der Unvollendete. Franziskusâ Erbe und der Kampf um seine Nachfolge. Herder, Freiburg 2025, ISBN 978-3-451-39745-5.
Weblinks
Commons
: Franziskus
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: Papst Franziskus ist tot
â Nachricht
âą Franziskus Internationales Biographisches Archiv 11/2013 vom 14. MĂ€rz 2013, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
âą Franciscus - Jorge Mario Bergoglio 13.III.2013 - 21.IV.2025. In: vatican.va. Der Heilige Stuhl, 21. April 2025, abgerufen am 26. April 2025 (Offizielle Website des Vatikans von Papst Franziskus).
âą Eintrag zu Pope Francis, Jorge Mario Bergoglio, S.J. auf catholic-hierarchy.org (englisch)
âą Regina Haunhorst, Lara Schmidt: Franziskus - geb. 1936. In: Lebendiges Museum Online (LeMO). Stiftung Deutsches Historisches Museum (DHM) und Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (HdG), 21. April 2025, abgerufen am 25. April 2025 (Tabellarischer Lebenslauf).
Einzelnachweise
cite-note-11. â Steffen Wurzel: China und der Vatikan: Eine komplizierte Beziehung. In: deutschlandradio.de. 3. Juni 2025, abgerufen am 3. Juni 2025.
cite-note-22. â Michael Hesemann: Papst Franziskus. 1. Auflage. Herbig, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-7766-2724-4, S. 225â227.
cite-note-33. â Kristina Puga: The Bergoglios react to having a pope in the family. In: NBS Latinon. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2013 (mit Fotos der Familie).
cite-note-radiovaticana-20130313-2152-44. â Kurzbiographie des neuen Papstes: Papst Franziskus. Radio Vatikan, 13. MĂ€rz 2013, abgerufen am 20. MĂ€rz 2013.
cite-note-55. â Franziskus und die âTheologie des Volkesâ. Neue ZĂŒrcher Zeitung, 8. April 2013, abgerufen am 26. April 2013. ; Jorge Mario Bergoglio: Prefacio. In: Silvia Kot (Hrsg.): Ser CatĂłlico hoy frente al tercer milenio. Manrique Zago Ediciones, Buenos Aires 1997, ISBN 987-509-019-0, S. 5.
cite-note-66. â Antonio Spadaro SJ, Interview mit Papst Franziskus In: Stimmen der Zeit vom 19. September 2013.
cite-note-77. â Dirk SchĂŒmer: Er weiĂ, was er tut. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 63, 15. MĂ€rz 2013, S. 63 (Online [abgerufen am 15. MĂ€rz 2013]).
cite-note-guardian2-88. â Pope Francis, first day after election â live updates. The Guardian, 13. MĂ€rz 2013, abgerufen am 15. MĂ€rz 2013 (englisch).
cite-note-99. â Cristian Martini Grimaldi: Mein SchĂŒler Bergoglio. LâOsservatore Romano, abgerufen am 26. April 2013 (Ausgabe 15/2013).
cite-note-1010. â Papst Franziskus âIch habe eine Psychoanalytikerin konsultiertâ, Spiegel Online, 1. September 2017.
cite-note-1111. â Papst Franziskus suchte Rat bei Psychoanalytikerin, rp-online, 2. September 2017.
cite-note-1212. â Edgar GonzĂĄlez Ruiz: Cruces y Sombras â perfiles del conservadurismo en AmĂ©rica Latina. 2006, ISBN 9968-9664-0-1, S. 99; HernĂĄn Brienza: BiografĂa no autorizada de Jorge Bergoglio. (Memento vom 2. Februar 2003 im Internet Archive) Tres Puntos, 2004; Guardia de Hierro. La organizaciĂłn peronista en la que militĂł Francisco. Tiempo Argentino, 17. MĂ€rz 2013.
cite-note-pagina12-1313. â Horacio Verbitsky: Pope Francis. Verbitsky repeats his accusations. LAB (Latin America Bureau), 27. MĂ€rz 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 29. September 2013; abgerufen am 24. April 2013. , englische Ăbersetzung aus dem Spanischen Horacio Verbitsky: Cambio de piel. PĂĄgina/12, 17. April 2013, abgerufen am 24. April 2013.
cite-note-1414. â Pope Francis. From the End of the Earth to Rome. Harper, Wall Street Journal, April 2013, S. 48 f.
cite-note-1515. â Annalisa Melandri: Bergoglio? Ă Papa grazie alla sua sete di potere. Linkiesta, 6. April 2013, abgerufen am 27. April 2013 (italienisch).
cite-note-sueddeutsche-1616. â Oliver Das Gupta: Der Argentinier. SĂŒddeutsche Zeitung, 14. MĂ€rz 2013, abgerufen am 20. MĂ€rz 2013.
cite-note-1717. â Rhein-Zeitung, 21. MĂ€rz 2013: âGoetheâ brachte den Jesuitenpater an den Rhein (Memento vom 25. Januar 2018 im Internet Archive)
cite-note-1919. â Tauber-Zeitung, 10. April 2013: Papst Jorge Mario Bergoglio lebte als Student in Rothenburg (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)
cite-note-2020. â âIch kenne auch die leeren Momente.â Der Papst im Interview mit Giovanni di Lorenzo. Die Zeit 11/2017 bis 9. MĂ€rz 2017 Seite 13; https://www.sueddeutsche.de/bayern/legende-um-die-knotenloeserin-jetzt-ist-klar-papst-franziskus-war-nicht-in-augsburg-1.3412711 Jetzt ist klar: Papst Franziskus war nicht in Augsburg
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cite-note-325325. â Kurzer Auftritt mit schwacher Stimme: So spendete Papst Franziskus seinen letzten Segen Urbi et Orbi. Am Tag bevor er starb, zeigte sich Franziskus noch unter groĂem Jubel vor Zehntausenden auf dem Petersplatz. Zuvor traf er kurz den US-VizeprĂ€sidenten. In: Tagesspiegel. 21. April 2025, abgerufen am 27. April 2025 (deutsch).
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cite-note-331331. â Martina Lippl: Beerdigung von Papst Franziskus: Datum und Uhrzeit stehen fest â der Fahrplan der nĂ€chsten Tage. Der Vatikan hat einen Tag nach dem Tod von Papst Franziskus das Datum zu seinem BegrĂ€bnis bekannt gegeben. Vieles ist gestrafft. In: merkur.de. MĂŒnchner Merkur, 22. April 2025, abgerufen am 22. April 2025.
cite-note-332332. â Papst Franziskus wird am Samstag beigesetzt. In: tagesschau.de. 22. April 2025, abgerufen am 22. April 2025.
cite-note-franziskus-testament-vatikan-333333. â Franziskus: Geistliches Testament von Papst Franziskus. In: vatican.va. Der Heilige Stuhl, 29. Juni 2022, abgerufen am 25. April 2025 (Wortlaut des Testaments in Englisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch).
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